LEIPZIG (dpa-AFX) - Der Biokraftstoff-Hersteller Verbio leidet unter den stark gestiegenen Rohstoff-Preisen. Auch wenn die Preise für Biodiesel und -ethanol auf Rekordwerte gestiegen seien, wirkten abgeschlossene Preisabsicherungen angesichts der ebenfalls gestiegenen Rohstoff-Preise überproportional ergebnisdämpfend, teilte das SDax -Unternehmen am Donnerstag in Leipzig mit. Börsianern zufolge haben sich die Umsätze im ersten Geschäftsquartal zwar besser entwickelt als erwartet, die Gewinnkennziffern seien aber enttäuschend. Die Aktie fiel um mehr als 12 Prozent.

Vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieb das Betriebsergebnis des ersten Geschäftsquartals (Ende September) mit 33,1 Millionen Euro rund 27 Prozent hinter dem Vorjahreszeitraum zurück. Die Marge verschlechterte sich deutlich auf jetzt 9,4 Prozent. Allerdings war diese im Vergleichszeitraum mit 17,4 Prozent auch überdurchschnittlich gut und hatte sich seitdem in den vorangegangenen Quartalen bereits verschlechtert. Verbio kündigte an, dass in den nächsten Monaten die Preise für Biokraftstoffe überproportional zu den Rohstoffkosten steigen würden, was zu verbesserten Margen in allen Segmente beitragen werde.

Auch das Periodenergebnis ging im ersten Quartal deutlich zurück: Mit 22,6 Millionen Euro blieben fast 29 Prozent weniger als letztes Jahr. Der Umsatz hingegen konnte um rund ein Drittel auf 350,4 Millionen Euro gesteigert werden. Verbio erwartet laut der Mitteilung ein "sehr starkes" zweites Quartal.

Die Quartalszahlen enttäuschten die Anleger jedoch, es kam zu einer Verkaufswelle. Zuletzt stand die Aktie mit 62,10 Euro über 12 Prozent im Minus und damit auf dem Niveau von Anfang Oktober. Damit kommt es nach der jüngsten Rekordrally im großen Stil zu Gewinnmitnahmen. Denn auf Jahressicht haben sich die Papiere im Preis immer noch verdoppelt./lew/ngu/stk