POTSDAM/BERLIN (dpa-AFX) - Laut dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) soll es noch in dieser Woche eine weitere Konferenz der Länderchefs zu neuen Corona-Maßnahmen geben. "Gestern Abend ist das angekündigt worden. Ich kann noch nicht genau sagen, an welchem Tag zu welcher Zeit", sagte er am Dienstagmorgen im RBB-Inforadio. Möglich sei aber der Donnerstag. Mit einigen Landeschefs, darunter Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller und der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (beide SPD), will Woidke sich am Dienstagabend abstimmen.

Trotz der weiterhin hohen Infektionszahlen hält er die bestehenden Regelungen auf regionaler Ebene für ausreichend. "Mir fehlt momentan keine Möglichkeit, die ich brauche von der Bundesregierung, um weiter agieren zu können", sagte er am Dienstagmorgen im RBB-Inforadio. Den Ruf nach neuen bundesweiten Regeln in der Corona-Krise halte er deshalb für nicht "ganz nachvollziehbar".

Ähnlich äußerte sich Berlins Regierender Bürgermeister Müller, der auch Vorsitzender der Ministerpräsidenten-Konferenz ist. Ein Treffen der Länderchefs mit der Kanzlerin halte er nicht für notwendig, sagte er im ARD-"Morgenmagazin" am Dienstag. "Wir haben ja gerade Grundlagen für jedes weitere Handeln und für alle Beschlüsse, die nötig sind." So brachte er für die Zeit nach Weihnachten weitere Einschränkungen für den Einzelhandel aber auch für die Schulen ins Spiel. "Es gibt auch keinen Grund, sich dann wirklich noch am 28. Dezember einen Pullover zu kaufen, das kann man auch vorher machen."

Solche Regelungen müssten aber bundesweit umgesetzt werden. "Einschränkungen im Einzelhandel, Einschränkungen im Schulbetrieb, da bin ich gespannt, ob wirklich dazu alle so bereit sind, wie durchaus wir in Berlin es dann auch sind."

Die Zahlen seien weiterhin zu hoch, "sie sind zu hoch auch bei uns in Brandenburg", sagte wiederum Woidke. "Die Konsequenzen sind in unseren Krankenhäusern ablesbar." Er verstehe daher, dass die Kanzlerin sich Sorgen mache. Das seien Sorgen, die er in Brandenburg auch habe. Wenn die Entwicklung so weitergehe, stoße das Land in drei bis vier Wochen an seine Grenzen. "Das müssen wir auf jeden Fall verhindern", sagte er./maa/DP/jha