BERLIN (dpa-AFX) - Aus der Lebensmittelwirtschaft wird der Ruf nach Änderungen am geplanten neuen Kennzeichnungssystem Nutri-Score laut. Der Lebensmittelverband Deutschland fordert, dass für eine erfolgreiche Einführung "aktuell bestehende Widersprüche" zum Wohl und zum Schutz von Kunden und Unternehmen aufgelöst werden müssten. In einem Zehn-Punkte-Papier heißt es unter anderem, derzeit lägen alle Rechte bei der französischen Gesundheitsbehörde. Um sämtliche Ernährungsgewohnheiten in Europa abbilden zu können, sollte die Hoheit an eine übergeordnete europäische Institution gegeben werden.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte sich nach langem Streit über eine klarere Kennzeichnung für Zucker, Fett und Salz auf das aus Frankreich stammende System festgelegt. Das Logo sollen Unternehmen freiwillig nutzen können. Nutri-Score bezieht auch empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe oder Proteine in eine Gesamtbewertung ein und gibt dann einen einzigen Wert an - auf einer fünfstufigen Skala von "A" auf dunkelgrünem Feld für die günstigste Bilanz über ein gelbes "C" bis zu einem roten "E" für die ungünstigste. Das zutreffende Feld wird hervorgehoben.

Der Lebensmittelverband fordert auch mehrere Änderungen bei den Berechnungsgrundlagen dieser Bewertung. So sollte der günstige Obst- und Gemüseanteil des Nutri-Score nicht nur Raps-, Oliven-, und Walnussöl umfassen, sondern mehr empfohlene Pflanzenöle.

In der Branche gibt es unterschiedliche Positionen zum Nutri-Score. Mehrere große Hersteller befürworten das System, erste Produkte damit sind auch schon in deutschen Supermärkten zu kaufen./sam/DP/zb