DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die SB-Warenhauskette Real hat einen neuen Besitzer: den russischen Finanzinvestor SCP. Der im Frühjahr vereinbarte Verkauf der kriselnden Handelskette sei am Donnerstag vollzogen worden, teilten der bisherige Eigentümer Metro und der neue Besitzer mit.

Für einen Großteil der 34 000 Real-Beschäftigten bedeutet der Schritt allerdings keine Klarheit über ihre weitere Zukunft, sondern eher weitere Ungewissheit. Zwar wurden alle Beschäftigten vom neuen Eigentümer mit ihren Verträgen zu bestehenden Konditionen übernommen. Doch hat der neue Eigentümer nie einen Hehl daraus gemacht, dass er die SB-Warenhauskette mit ihren Riesenmärkten rasch zerschlagen will.

SCP hat bereits Vereinbarungen über den Weiterverkauf von 141 der zuletzt noch rund 270 Real-Märkte an Kaufland und Edeka abgeschlossen. Dabei sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der betroffenen Märkte übernommen werden. Und auch für den Online-Marktplatz real.de hat SCP mit der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) bereits einen Käufer gefunden.

Für die verbleibenden Real-Märkte prüfe SCP "weiterhin alle Optionen, darunter weitere Veräußerungen an Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen sowie die Unterteilung von Märkten in kleinere Flächen", betonte der Finanzinvestor am Donnerstag. Dabei sei der Erhalt möglichst vieler bestehender Arbeitsplätze eines der Hauptziele. "Schließungen werden nur in Betracht gezogen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Basierend auf der Einschätzung von SCP Retail Investments haben etwa 30 Geschäfte derzeit keine tragfähige Zukunft."/rea/DP/nas