Neue Finanzsanktionen gegen Russland könnten zu einem Anstieg von Cyberangriffen führen. Die Investmentbank Wedbush sieht hier während der Marktturbulenzen einen Schwerpunktsektor für Tech-Investoren.

Die Spannungen zwischen dem Westen und Russland haben sich übers Wochenende verschärft. Präsident Putin versetzte die Atomstreitkräfte seines Landes in erhöhte Alarmbereitschaft. Der Westen verhängte eine Reihe neuer Sanktionen.

Die bisher schärfsten Sanktionen sind finanzieller Natur. Währungsreserven der russischen Zentralbank wurden eingefroren. Einige russische Banken wurden aus dem globalen Finanzsystem und von Swift ausgeschlossen.

Wie Barron’s berichtet, gibt es Befürchtungen, dass dieser Ausschluss Rohstofftransaktionen erschweren könnte, was zu einem Anstieg der Ölpreise führen könnte.

Auch Vergeltungsmaßnahmen Moskaus seien denkbar. Russland habe sich in den letzten zehn Jahren zu einem mächtigen Cyberplayer entwickelt und in dem aktuellen Konflikt bereits digitale Angriffe auf die Ukraine gestartet.

"Nach dem historischen Schritt der USA, Europas und Kanadas, ausgewählte russische Banken aus dem globalen Finanz- und Nachrichtensystem Swift zu entfernen, und den Sanktionen gegen die russische Zentralbank erwarten wir in den kommenden Wochen leider einen deutlichen Anstieg der Cyber-Kriegsführung durch russische Organisationen, die vom Nationalstaat unterstützt werden", schrieb Wedbush-Analyst Dan Ives in einer Notiz vom Wochenende.

Das Team von Wedbush hatte bereits vor Ausbruch des Konfliktes dem Cybersecurity-Sektor ein Wachstum von mehr als 20 Prozent in diesem Jahr vorausgesagt. Nun sind sie bullisch bei diesen zehn Werten:

Palo Alto Networks
Zscaler
CrowdStrike
Tenable Holdings
Varonis Systems
Fortinet
Telos
Mandiant
Palantir

CyberArk Software

 

Anonymous

Unterdessen greift auch das globale Hackerkollektiv Anonymous Russland über etliche russische Websites an. Nach Gazprom schalten sie auch die Websites der größten Bank Sberbank und der wichtigsten Börse Russlands, der Moscow Exchange, immer wieder ab.

Bereits am 24. Februar, dem Beginn der russischen Invasion, verkündete Anonymous über Twitter: "Das Anonymous-Kollektiv ist offiziell im Cyberkrieg gegen die russische Regierung." Die Angriffe sollen sich auf Websites und die Infrastruktur von Putins Regierung konzentrieren, gaben die Hacker bekannt.

Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion


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