In unserer letzten Kommentierung zum marktbreiten S&P 500 vor genau einer Woche thematisierten wir an dieser Stelle dessen fortschreitende Bodenbildung. Der Index durchläuft gegenwärtig eine wichtige Phase. Zuletzt legte der S&P 500 wieder zu und hat sich damit in eine aussichtsreiche Ausgangslage manövriert. Gelingt dem Index nun der Befreiungsschlag? Dass sich das Ganze zudem vor einer mehr als nur interessanten Gemengelage abspielt, erhöht die Spannung ungemein.

Trump und Konjunkturdaten

Wir hatten die Vielzahl der über die Märkte hereinbrechenden (US-)Konjunkturdaten bereits  zuletzt angekündigt. Mittlerweile ist ein Großteil veröffentlicht. Und wie so oft lagen Licht und Schatten dicht beieinander. Zu den Daten, die positiv überraschen konnten, gehörte unter anderem der am gestrigen Montag veröffentlichte ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe. Sein Pendant für das verarbeitende Gewerbe blieb in der letzten Handelswoche hingegen hinter den Erwartungen zurück. Der wichtige Chicagoer Einkaufsmanagerindex sowie die frischen Daten zum US-Verbrauchervertrauen (ermittelt durch Reuters / Uni Michigan) fielen wiederum besser als erwartet aus. Der eminent wichtige US-Arbeitsmarktbericht für September konnte hingegen die Erwartungen in einigen Punkten (u.a. Lohnentwicklung, Zahl der neugeschaffenen Stellen exLandwirtschaft) nicht ganz erfüllen. Der Druck der Daten lässt in den nächsten Handelstagen deutlich nach. Am morgigen Mittwoch (07.10.) ist allerdings noch einmal Obacht geboten, wenn das Protokoll der letzten Sitzung des FOMC veröffentlicht wird.

Neben der Qualität der zahlreichen Konjunkturdaten hielt aber auch der Gesundheitszustand des US-Präsidenten die Marktakteure in Atem. Nach Bekanntwerden der Corona-Infektion Trumps gingen die Börsen in der letzten Woche zunächst in die Knie. Die Ölpreise sackten ab. Gold als „Krisenwährung“ wiederum legte zu. Entsprechend erleichtert reagierten die Aktienindizes auf die Fortschritte des US-Präsidenten. Die jüngste Entwicklung hat jedoch einmal mehr gezeigt, wie fragil die Lage und wie nervös die Marktakteure sind. Dennoch hat sich der S&P 500 nach oben gekämpft.

S&P 500

Index charttechnisch interessant

Bereits in unserer letzten Kommentierung hatten wir eine bullische Keilformation thematisiert, die sich immer deutlicher herauskristallisierte. Diese Formationen werden des Öfteren über ihre Oberseite (also mit einem aufwärtsgerichteten) Ausbruch aufgelöst. Auch die aktuelle Konstellation wurde über die Oberseite aufgelöst. Das Ganze ist freilich noch mit Vorsicht zu genießen. Ein Ausbruch über den eminent wichtigen Widerstandsbereich von 3.430 Punkten könnte das Szenario jedoch weiter befeuern. Unter das Niveau des letzten Verlaufstiefs (3.220 Punkte) sollte es nun nicht mehr gehen. Anderenfalls muss die Lage noch einmal neu bewertet werden.

(S&P 500® ist eine eingetragene Marke von Standard & Poor‘s Financial Services, LLC)

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