LONDON (dpa-AFX) - Der Konsumgüterkonzern und Sagrotan-Hersteller Reckitt Benckiser hat im vergangenen Jahr in der Pandemie vom Griff der Kunden nach seinen Hygieneprodukten profitiert. Gleichzeitig kommen die Briten mit ihrem Sparprogramm besser voran als ursprünglich veranschlagt. Zwischen 2020 und 2022 dürften durch eine verbesserte Produktivität die Kosten um 1,6 Milliarden statt 1,3 Milliarden Pfund sinken, erläuterte Vorstandschef Laxman Narasimhan am Mittwoch bei der Vorlage der Jahreszahlen in London.

Mit den Einsparungen und der bereits laufenden Überprüfung seines Produktportfolios will der Konzern seine Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern. Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand beim Umsatz - nach deutlichen Zuwächsen im Jahr 2020 - jedoch nur ein stabiles Geschäft bis maximal ein Plus von zwei Prozent.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 konnte Reckitt Benckiser seine Erlöse auf vergleichbarer Basis um 11,8 Prozent auf rund 14 Milliarden Pfund (rund 16,2 Mrd Euro) steigern. Dies war laut den vom Unternehmen zusammengestellten Schätzungen von Analysten erwartet worden. Zum Erlösplus habe auch das stark wachsende Online-Geschäft beigetragen, das nun 12 Prozent der Gesamtumsätze ausmache, hieß es weiter. Besonders gut lief es in der Pandemie im Segment mit Hygieneprodukten, indem der Konzern seine Umsätze auf vergleichbarer Basis um mehr als ein Viertel steigern konnte.

Unter dem Strich gelang Reckitt Benckiser mit einem Gewinn von knapp 1,2 Milliarden Pfund der Weg zurück in die schwarzen Zahlen. Im Vorjahr hatte das Unternehmen wegen hoher Abschreibungen einen Verlust von 3,7 Milliarden Pfund ausgewiesen. Bereinigt um Einmaleffekte blieb im Jahr 2020 jedoch mit 2,3 Milliarden etwas weniger Gewinn übrig als im Vorjahr./ssc/tav/stk