Der Baden-Württembergische Software-Riese SAP will seine Kernprogramme in die Cloud verlagern und verzeichnet daraufhin ein kräftiges Wachstum. Die Börse ist davon begeistert: Mit der SAP-Aktie geht´s heute zeitweise auf 120,84 Euro nach oben.

SAP verzeichnet enormes Wachstum mit Cloud-Angeboten

SAP-Vorstandssprecher Christian Klein kann schon erste Erfolge beim Umstieg der Kunden auf die Cloud-Versionen der Standardsoftware verzeichnen. Im Vergleich zum Rest des Unternehmens nahmen diese Angebote im Q1 diesen Jahres deutlich schneller zu. Um satte 37 Prozent auf  227 Millionen Euro kletterten die Erlöse in die Höhe. Obwohl der starke Euro das Wachstum des Auftragsbestandes etwas ausbremste, gewann SAP dabei sogar 29 Prozent. Die zu erwartenden Einnahmen aus abgeschlossenen Verträgen innerhalb der  vergangenen 12 Monate betragen nun also 1,04 Milliarden Euro. 

Dahingegen ging es für die Clouderlöse nur um sieben Prozent nach oben. Das liegt vor allem daran, dass Concur stark unter der Corona-Krise leidet. Das US-Tochterunternehmen von SAP bietet Reisekostenabrechnungen für Unternehmen an. Einerseits können aufgrund der Pandemie Reisekosten eingespart werden – das ist auch der Grund dafür, dass das EBIT so gut abschnitt (+17 Prozent auf 1,74 Milliarden Euro) – andererseits belasten die ausbleibenden Geschäftsreisen jedoch auch die Erlöse des milliardenschweren Zukaufs. 

Die Umstellung auf Cloud-Versionen soll durch das neue Bündelangebot namens Rise angetrieben werden. Die Abrechnung dort über ein Abo-Modell seien angeblich auf Dauer rentabler als Einmaleinnahmen aus Lizenzverkäufen. Erläutert wird dies damit, dass die Kunden erstens langfristig mehr zahlen würden, sie zweitens länger Kunden bleiben würden und drittens die Nutzungsrechte für Cloud-Programme bei einer Kündigung verloren gehen.

Allerdings geht Klein davon aus, dass das EBITDA in diesem Jahr sowie 2022 aufgrund der zusätzlichen Investitionen in die Cloud-Geschäfte sinken wird. Auch die bereits versprochene Margensteigerung soll aufgeschoben werden. An erster Stelle steht für den Vorstand, dass bis 2025 die Cloud-Umsätze auf über 22 Milliarden Euro gesteigert werden. Zum Vergleich: 2020 lagen diese bei 8,1 Milliarden Euro. Um dieses Ziel zu erreichen wurde die Firma Signavio aus Berlin übernommen. Sie soll Geschäftsprozesse von Kunden analysieren und verbessern. 

SAP-Aktie mit frischem Wind in den Segeln? 

Am Donnerstag stellt die SAP-Aktie nach wie vor die Spitze des DAX dar. Das größte Software-Unternehmen Europas notiert gegenwärtig mit einer Aufwärtsbewegung von 2,91 Prozent bei 120,40 Euro in Frankfurt. 

Damit liegt das Papier mit 15,99 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch bei 143,32 Euro. Ob sich dieser Marke demnächst wieder angenähert werden kann, wird sich zeigen. Das 52-Wochen-Tief wurde bei 89,93 Euro markiert.

/sf