SAP hat nun seine Zahlen für 2019 genannt, die Ziele erreicht und die Prognose für 2020 angehoben. Der Aktienkurs gab dennoch um gut 3 % nach. Die Kurse könnten sich noch als Einstiegskurse erweisen, so mutmaßen zumindest einige Beobachter.

Interessante Zahlen

Das präsentierte Zahlenpaket jedenfalls war interessant. Das Unternehmen präsentierte dabei sowohl die Zahlen für das vierte Quartal wie auch für das gesamte Geschäftsjahr 2019. Einige Stimmen behaupten, die Analysten wären „enttäuscht“ gewesen, andere verweisen auf die guten Werte.

So ist das Betriebsergebnis um 21 % auf 4,5 Mrd. Euro gefallen. Hintergrund sind die hohen Kosten für ein sogenanntes Restrukturierungsprogramm sowie anteilsbasierte Vergütungen. Dabei wird die um diese Werte bereinigte Ergebniskennziffer mit einem Plus von 15 % geführt. Das Ergebnis – bereinigt – ist auf 8,21 Mrd. Euro gestiegen.

Auch die „bereinigte“ operative Marge kletterte, wobei der Anstieg gegenüber 2018 mit einem Plus von 0,7 %-Punkten relativ gering ausfiel. Die gesamte operative Marge belief sich damit auf 29,7 %. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Prognose über die künftige Entwicklung dieser Kennziffer: Bis 2023 soll die bereinigte operative Marge sogar auf 34 % klettern. Doch ohnehin lag die operative Marge nach Auskunft von SAP schon jetzt etwas über der internen Prognose, sodass auch Analysten sich von diesem Wert überzeugt zeigen dürften.

Der Umsatz des Unternehmens ist gleichfalls gestiegen. Hier ging es um 12 % auf 27,63 Mrd. Euro nach oben. Einer der Hauptgründe dafür ist nach Angaben von SAP das Cloud-Segment, das um 39 % auf 6,93 Mrd. Euro kletterte.

Die Prognose(n) für das Jahr 2020 sind minimal angehoben worden. Dies hatten Analysten in den Schätzungen im Vorfeld der Präsentation bereits erwartet.

Dennoch: Die Ergebnisse sind an sich gut, die Prognose stimmt, wenngleich keine außergewöhnlichen Ausreißer nach oben vermeldet wurden. Die Börsen goutieren bestimmte Elemente allerdings nicht.

Das Cloud-Geschäft löst den Software-Umsatz (Verkauf der Lizenzen an den hauseigenen Produkten) langsam als wichtigen Treiber ab. Der Software-Umsatz bezüglich des Lizenz-Geschäfts ist um 2 % zurückgegangen und macht damit 4,53 Mrd. Euro aus. Dies sind etwa 2/3tel des Cloud-Geschäfts.

Entsprechend positioniert sich das Unternehmen strategisch neu. Damit rücken auch Übernahmen in den Fokus, die diesen Geschäftsbereich stärken sollen. Auf der anderen Seite fällt zudem auf, dass auch die hauseigene Software noch lange nicht am Ende der potenziellen Entwicklung angekommen ist. Das Softwareprodukt S/4 Hana wird mittlerweile auch bei Unternehmen wie der Deutschen Telekom eingesetzt. Damit gilt das Produkt als marktgängiger, als Skeptiker vermutet hatten.

Impulse für den Aktienkurs

Maßgeblich für die Kurse könnte die Prognose für das Unternehmen sein – die allerdings nicht so hoch ausfiel wie offenbar erhofft. Immerhin erwartet SAP für das laufende Geschäftsjahr ein Betriebsergebnis von 8,9 bis 9,3 Mrd. Euro. Damit liegt SAP etwa 0,2 Mrd. Euro über der bislang dazu publizierten bzw. angenommenen Erwartung. Dies wiederum reicht offenbar nicht, um fundamental hinreichend Impulse zu setzen.

Deshalb rückt auch die charttechnische und die technische Betrachtung nahe. Das Unternehmen hat immerhin bezogen auf die vergangenen 12 Monate ein Plus von 32 % geschafft und befeindet sich in einem langfristigen charttechnischen Aufwärtstrend. Kurzfristig allerdings knickte der Chart beträchtlich ein, womit sich der Aufwärtstrend bezogen auf den Zeitraum von drei Monaten wieder verflüchtigt habe.

Dennoch: Tendenziell wachsen die Kurse entlang einer charttechnischen Aufwärtstrendgerade, die sich durch immer weiter steigende Tiefkurse langsam herausbildet. Dazu zählt ausdrücklich auch das aktuelle „Tief“. Die Kursdynamik stimme. Unterstützungen habe die Aktie nach Meinung von Analysten zudem noch in Höhe von 100 Euro, sodass der Wert nach unten recht gut abgesichert ist.

Gelingt der Ausbruch über die Tops bei etwa 126/127 Euro auf 135, sei der Weg nach oben mangels Hindernissen frei.

Dazu passt der Befund der technisch orientierten Analysten. Der GD200 verläuft in Höhe von 115 Euro und ist bis dato noch immer überwunden. Hält der Indikator nun, wird es mit höherer Sicherheit die Chance auf ein starkes Comeback nach oben kommen, heißt es bei den Analysten. Auch das Momentum und die relative Stärke zeigen mittelfristig noch immer steigende Kurse.

Video-Analyse zur SAP Aktie:

Jetzt den vollständigen Artikel lesen