SAP (WKN: 716460) meldet, dass das coronaverseuchte zweite Quartal ausgezeichnet gelaufen sei. Trotz des „sehr schwierigen Umfelds“ sei es gelungen, die Ergebnisse zu verbessern. Da verwundert es kaum, dass der Aktienkurs immer weiter nach oben klettert.

Noch stärker ist jedoch die Aktie von ServiceNow (WKN: A1JX4P) gelaufen, die heute vom früheren SAP-Chef Bill McDermott geleitet wird. Beide IT-Konzerne wollen Kunden aus der Cloud heraus fitter machen. Grund genug für einen Vergleich mit der SAP-Aktie.

Das Geschäft von SAP und ServiceNow überlappt sich zunehmend

Die Welten von SAP und ServiceNow sind grundsätzlich ziemlich getrennt. Die Walldorfer kümmern sich im Kern um die Warenwirtschaft und Ressourcenplanung, während ServiceNow bei der Optimierung von betrieblichen Serviceprozessen hilft.

Dafür spricht auch, dass sich die beiden Unternehmen um die gegenseitige Integration bemühen. Beispielsweise wurde 2019 eine Lösung vorgestellt, die das Zusammenspiel von SAP SuccessFactors und der NOW-Plattform von ServiceNow erleichtert.

Die NOW-Plattform von ServiceNow hilft Unternehmen, reibungslos und effizient zu arbeiten, von der IT und den Entwicklungsabteilungen über die Personalabteilung und den Kundendienst bis hin zu Anwendungen für Mitarbeiter. Es handelt sich folglich um unternehmenskritische Software, die wahrscheinlich auch dann noch gebraucht wird, wenn ein Unternehmen in eine Liquiditätskrise gerät.

Tatsächlich könnten viele Kunden ihre Nutzung digitaler Tools ausweiten, um bei Anwendungen für die Arbeit an entfernten Standorten zu helfen, sodass die Pandemie möglicherweise langfristig positiv für ServiceNow sein könnte.

Auch SAP setzt derzeit aktiv auf Remote-Services, um die Kundschaft während der Pandemie bei Laune zu halten. Mit dem Softwarepaket „Essential Business Services“ soll Geschäftskontinuität gewährleistet werden, egal ob es um Kundenservice, Lieferketten, Verwaltung oder sonstige notwendige Betriebsprozesse geht.

Insgesamt ist also zu beobachten, dass die beiden sich aufeinander zubewegen: Über die Bereitstellung aus der Cloud heraus wollen ServiceNow und SAP beide eine entscheidende Rolle dabei spielen, die digitale Transformation ihrer Kunden zu beschleunigen.

SAP und ServiceNow in Zahlen

Wir haben es hier zweifellos mit zwei riesigen Erfolgsgeschichten zu tun. SAP hat sich über einen Zeitraum von fast fünf Dekaden zu einem weltweit führenden Business-Software-Konzern entwickelt. Mit herausragenden Technologien wie HANA und dem tiefgreifenden Konzernumbau unter Bill McDermott erscheint die Zukunft rosig.

Die Entwicklung der erst 2003 als Glidesoft gegründete ServiceNow ist allerdings noch beeindruckender. Von einer Nischensoftware entwickelte sich das Unternehmen innerhalb weniger Jahre zu einem weltweit respektierten Powerhouse, das nun unter McDermotts Führung den nächsten Entwicklungssprung sucht.

Chart erstellt mit YCharts; prozentuale Entwicklung der Kurse von SAP und ServiceNow seit 2012

Noch ist SAP der wertvollere Konzern, aber ServiceNow kommt trotz der sehr ordentlichen Performance des SAP-Kurses mit Siebenmeilenstiefeln näher. Ein paar weitere Kennzahlen geben Aufschluss über die derzeitigen Größenverhältnisse:

ServiceNow SAP Verhältnis
Marktkapitalisierung 10.07. 81 Mrd. USD 166 Mrd. EUR 43 %
Umsatz 2019 3,3 Mrd. USD 27,6 Mrd. EUR 11 %
Nettogewinn 2019 0,6 Mrd. USD 3,3 Mrd. EUR 16 %
Mitarbeiter 11.000 100.330 11 %

Tabelle erstellt vom Autor auf Basis von Unternehmensangaben; Verhältnis berechnet mit Umrechnungskurs 1 EUR = 1,13 USD

Wenn der Trend anhält, wird ServiceNow schon bald halb so groß sein wie SAP, was die Marktkapitalisierung angeht. Beim Umsatz hingegen ist SAP 9-mal größer und beim Gewinn 6-mal. Damit wird klar, dass der Markt von ServiceNow auch zukünftig deutlich größere Wachstumsraten erwartet.

Die jüngsten Zahlen

Im ersten Quartal verzeichnete ServiceNow ein 34%iges Umsatzwachstum und einen Gewinn pro Aktie von 0,24 US-Dollar, wobei beide Zahlen die Erwartungen übertrafen. Trotz der Pandemie prognostizierte ServiceNow für das gerade abgelaufene zweite Quartal immer noch eine solide Wachstumsrate der Abonnements von 29 bis 30 %.

SAP wiederum begeisterte die Analysten mit um rund 20 % steigenden Clouderlösen und einem um 8 % steigenden bereinigten Betriebsergebnis. Für das Gesamtjahr wird beim Cloudgeschäft mit ähnlichen Wachstumsraten gerechnet. Zudem hält das Management an den Mittelfristzielen fest, die von einer deutlichen Margensteigerung ausgehen.

Die sichere Wahl heißt SAP

Wir haben es hier mit zwei tollen und pandemieresistenten Unternehmen zu tun, die sicherlich auch die nächsten Jahre ihren Erfolgsweg fortsetzen werden. Anleger sollten aber bedenken, dass in der Aktie von ServiceNow eine Menge zukünftiges Wachstum bereits eingepreist ist. Eine Dividende wird auch nicht bezahlt.

Im Vergleich dazu wirkt SAP selbst auf dem aktuell erhöhten Niveau geradezu günstig. Steigende Gewinne und Cashflows sind dank des abgeschlossenen Umbaus und der dominanten Marktposition absehbar. Das dürfte sowohl den Kurs treiben als auch steigende Dividendenausschüttungen erlauben.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von ServiceNow, Inc..

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Autor: Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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