FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutschlands Sparkassen treten beim grenzüberschreitenden Schutz von Spargeldern in Europa weiter auf die Bremse. "Warum sollten Kunden von regionalen Sparkassen und Genossenschaftsbanken mit den zu ihrem Schutz gebildeten Sicherungsmitteln globale Geschäftsaktivitäten absichern wollen?", führte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Helmut Schleweis, am Montag bei einer Bankentagung der "Börsen-Zeitung" in Frankfurt aus. Risiken würden in diesem Fall sozialisiert, Unterschiede in der Solidität von Banken verwischt.

Über die gemeinsame europäische Einlagensicherung Edis (European deposit insurance scheme) wird seit Jahren gestritten. Bereits auf den Weg gebracht haben die Europäer als Antwort auf die Finanzmarktkrise 2008 eine gemeinsame Aufsicht und gemeinsame Regeln, falls Banken abgewickelt werden müssen.

"Eine Lösung für eine europäische Einlagensicherung kann es nur geben, wenn die nachvollziehbaren Interessen von Großbanken mit den ebenso deutlichen Interessen unserer Kundinnen und Kunden der Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Einklang gebracht werden", betonte Schleweis.

Die Sparkassen-Finanzgruppe hatte kürzlich nach Forderungen der Aufseher von Europäischer Zentralbank (EZB) und Bafin eine Weiterentwicklung ihrer eigenen Institutssicherung beschlossen. Die öffentlich-rechtlichen Institute sollen nun zusätzlich zu den bereits vorhandenen Mitteln ab dem Jahr 2025 gut fünf Milliarden Euro in einen neuen Topf zur Rettung kriselnder Institute einzahlen.

"Die Grenze all dessen ist aber auch klar", sagte Schleweis: "Wenn es nicht mehr um die Verbesserung des heutigen Institutssicherungssystems geht, sondern tatsächlich um die Vorbereitung einer einheitlichen europäischen Einlagensicherung, dann sind wir nicht mehr dabei."/ben/DP/ngu