DAMME (dpa-AFX) - Die Schweinehalter in Deutschland befürchten angesichts der zeitweisen Schließung des bundesweit größten Schlachtbetriebs von Tönnies keine Engpässe. "Wir gehen im Moment davon aus, dass es sich nur um leichte Verschiebungen handeln wird", sagte ein Sprecher der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands der Deutschen Presse-Agentur über mögliche Verzögerungen bei der Schlachtung der Masttiere. Der Konzern werde versuchen, auf andere Schlachtstandorte auszuweichen.

Das Gewicht der Tiere und auch der Erlös seien bei einer späteren Schlachtung zwar nicht optimal, das Fleisch sei aber in jedem Fall vermarktbar. Nottötungen kämen überhaupt nicht in Frage, sagte der Sprecher. Auch das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, hält Tötungen für eher unwahrscheinlich. Man könne kann aus jedem weiblichen Mastschwein eine Zuchtsau machen, sagte eine Sprecherin.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass es unter den Mitarbeitern des Schlachtbetriebs bei Rheda-Wiedenbrück in Ostwestfalen zu einem Ausbruch mit einer Vielzahl von Corona-Infizierten gekommen ist. Am Freitag waren 803 Neuinfektionen bekannt. Nach der Ursache wird noch gesucht./rbo/DP/fba