NEUENBURG (dpa-AFX) - Die Inflation in der Schweiz zieht weiter an. Im Juni stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,4 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik am Montag in Neuenburg (Neuchatel) mitteilte. Das ist der stärkste Anstieg seit dem Jahr 1993. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Lebenshaltungskosten um 0,5 Prozent. Die Erwartungen von Analysten wurden jeweils übertroffen.

Die Statistiker erklärten den Zuwachs im Monatsvergleich mit verschiedenen Faktoren, darunter höhere Preise für Treibstoffe und Heizöl. Wie auch andere Länder leidet die Schweiz unter stark gestiegenen Preisen für Energie und Rohstoffe. Ein wichtiger Grund hierfür ist der Krieg Russlands gegen die Ukraine. Beide Länder sind große Rohstofflieferanten. Allerdings liegt die Inflation in der Schweiz deutlich niedriger als in vielen europäischen Nachbarländern.

Die Schweizer Notenbank SNB hat bereits auf die Inflationsentwicklung reagiert. Mitte Juni hat sie ihren Leitzins deutlich angehoben, was viele Fachleute überraschte. Denn die SNB ist damit der Europäischen Zentralbank (EZB) zuvorgekommen, die für Juli und September Zinsanhebungen in Aussicht gestellt hat. Viele Analysten hatten erwartet, dass die SNB nach der EZB handelt, da die Schweiz wirtschaftlich eng mit der Eurozone verbunden ist./bgf/stk