BERLIN (dpa-AFX) - Die Zahl der Zuzüge von Flüchtlingen könnte nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in diesem Jahr unter 100 000 bleiben. 2015 werde sich nicht wiederholen, sagte Seehofer nach Angaben aus Teilnehmerkreisen am Dienstag in der Unionsfraktion. Er fügte hinzu, er könne garantieren, dass das nicht der Fall sein werde.

Seehofer sagte demnach weiter, er sehe eine hohe Zustimmung in der Bevölkerung für das, was die Union derzeit bei der Flüchtlingspolitik mache. Es sei eine verantwortungsvolle Politik, die reguliere. Die SPD habe die Zahl der Geflüchteten nach Deutschland erhöhen wollen. Hier habe die Union dagegen gehalten.

Seehofer argumentierte demnach weiter, zentral für die deutsche Migrationspolitik sei die Hilfe vor Ort. Das gelte jetzt für Griechenland, das gelte aber auch, wenn man demnächst die gemeinsame europäische Asylpolitik definiere. Dabei gelte es, Asylpolitik, Migration und Entwicklungszusammenarbeit so zu verzahnen, dass es gelinge, die Menschen in ihren Herkunftsländern zu halten. Das Deutsche Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk lobte er demnach im Zusammenhang mit der Hilfe vor Ort in besonderem Maße.

Kritik an Deutschland habe Seehofer zurückgewiesen, hieß es weiter. Deutschland nehme täglich 300 bis 400 Flüchtlinge auf. Er bedauerte den Angaben zufolge seinerseits, dass sich bisher kein anderes Land bereit erklärt habe, sich an der Aufnahme der rund 1550 Flüchtlinge zu beteiligen. Selbst Frankreich würde nicht helfen und auch Regierungen mit Beteiligung der Grünen in der EU machten nicht mit./bk/rm/cir/DP/fba