BERLIN (dpa-AFX) - Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat den Bund-Länder-Beschluss zu den Ostergottesdiensten kritisiert. Danach sind Religionsgemeinschaften gebeten, Versammlungen über Ostern nur virtuell abzuhalten, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. "Es hat mich schon erstaunt, dass ausgerechnet Parteien, die das C im Namen führen, den Kirchen den Verzicht auf Gottesdienste nahelegen, noch dazu an Ostern", sagte Seehofer der "Bild" (Mittwoch).

Es handele sich dabei weder um ein Verbot noch um die Forderung, Gottesdienste zu Ostern ausfallen zu lassen. "Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich hier um eine Bitte handelt", betonte Seehofer. "Mein Haus hat diesen Vorschlag auch nicht gemacht, obwohl wir für die Religionen zuständig sind. Das Innenministerium hat stattdessen schon sehr früh in der Pandemie gemeinsam mit den Kirchen Hygiene-Konzepte ausgearbeitet, die bis heute tadellos funktionieren."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten am frühen Dienstagmorgen vereinbart, dass es über Ostern zusätzliche Einschränkungen geben soll, um die dritte Corona-Welle zu brechen. Das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben soll von Gründonnerstag bis Ostermontag weitgehend ruhen. Die Religionsgemeinschaften wurden gebeten, Versammlungen nur virtuell abzuhalten./wn/DP/zb