BERLIN (dpa-AFX) - Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) verbringt die nächsten Tage statt in Berlin zuhause in Bayern, nachdem eine mögliche Kontaktperson positiv auf das Coronavirus getestet wurde. "Der Minister hat sich für eine erweiterte Kontaktbeschränkung in seiner häuslichen Umgebung entschieden", teilte ein Sprecher am Donnerstag auf Anfrage mit. Ministeriumssprecher Steve Alter hatte am Mittwochabend auf Twitter mitgeteilt, Seehofer habe sich nach einem möglichen Kontakt mit der positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeiterin des Ministeriums vorsorglich in Quarantäne begeben. Hinweise auf eine Infektion des Ministers lägen derzeit nicht vor.

Bei der Innenministerkonferenz am Donnerstag ließ sich Seehofer von Innen-Staatssekretär Hans-Georg Engelke vertreten. Über seine mögliche Teilnahme an einer Pressebegegnung zum EU-Innenministerrat am kommenden Montag will das Ministerium kurzfristig informieren.

Ob es eine Pflicht zur Quarantäne gibt, hängt davon ab, wie eng der Kontakt zu einem Infizierten war. Eine Quarantäne kann etwa angeordnet werden, wenn der Betroffene einer wahrscheinlich ansteckenden Person auf 1,5 Meter oder näher gekommen ist, wie die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung schreibt, zum Beispiel wenn beide länger im Gespräch waren. Das kann auch passieren, wenn beide sich in einem Raum aufgehalten haben, in dem es eine hohe Konzentration infektiöser Aerosole gab. Damit steigt das Risiko einer Ansteckung auch auf größere Entfernung.

"Die Beurteilung des Ansteckungsrisikos und damit die Anordnung und Aufhebung der Quarantäne obliegt dem zuständigen Gesundheitsamt", schreibt das Gesundheitsamt des Berliner Bezirks Mitte, in dem das Bundesinnenministerium liegt./hrz/DP/nas