shareribs.com - Washington 14.10.2019 - Die Finanzinvestoren haben zuletzt ihre Netto-Longpositionen auf US-Rohöl weiter reduziert. Die schwache Konjunktur und Lockerungsaussichten haben derweil zu einem Anstieg der Longs auf Gold beigetragen.

Wie die Commodity Futures Trading Commission am Freitag mitteilte, haben die spekulativen Finanzinvestoren ihre Netto-Longpositionen auf zwölf in den USA gehandelte Rohstoffe, in der Woche bis zum 8. Oktober, ausgeweitet. Nun diese wieder um 179 Kontrakten netto-long, nachdem man in der Vorwoche noch mit 18.526 Kontrakten netto short war. Zu dieser Entwicklung trug die Ausweitung der Longs auf Gold bei, während bei Mais die Shortpositionen reduziert wurden.

Der Goldpreis ist zuletzt wieder unter die Marke von 1.500 USD gefallen. Dazu trug die jüngste Erholung an den Aktienmärkten bei, welche wiederum vom Optimismus beim Handelsstreit getrieben wurde. Wie die Ergebnisse am Freitag zeigten, geschah dies offenbar zu Recht. Gleichzeitig bleiben die Konjunkturaussichten auch mit dieser Annäherung schwach, weshalb das grundlegende Umfeld für Gold weiterhin intakt bleibt. Die US-Notenbanker haben zuletzt deutlich gemacht, dass man hinsichtlich der geldpolitischen Lockerung noch nicht das Ziel erreicht habe. Darüber hinaus sollen die monatlichen Anleihekäufe wieder aufgenommen werden. Ein weiterer Faktor, der das gelbe Metall unterstützt, ist die Unsicherheit hinsichtlich des Brexits, zu dem am Montag weitere Gespräche geführt werden sollen. Die Zahl der Netto-Longs auf Gold stieg um sechs Prozent auf 249.632 Kontrakte.

Die Netto-Longs auf Silber wurden um fünf Prozent auf 47.481 Kontrakte ausgeweitet, bei Platin war ein Rückgang der Netto-Longs um 18 Prozent auf 14.189 Kontrakte zu verzeichnen. Die Netto-Longs auf Palladium wurden um sieben Prozent auf 15.042 Kontrakte ausgeweitet.

Die trüben Konjunkturaussichten und die gedämpften Prognosen hinsichtlich des Nachfragewachstums bei Rohöl haben zu einer deutlichen Reduktion der Netto-Longpositionen auf US-Rohöl beigetragen. Hier ging es um 30 Prozent auf 94.875 Kontrakte nach unten, das geringste Niveau seit Anfang Januar. Die Anschläge auf saudische Ölanlagen sind in den Hintergrund gerückt, auch wenn die Marktteilnehmer die Risiken der mangelnden Reservekapazitäten ernst nehmen. Der Angriff auf einen iranischen Öltanker in der letzten Woche ist in den jüngsten Daten noch nicht berücksichtigt. Ebenso wenig die gesunkenen Erwartungen hinsichtlich des Nachfragewachstum bei der Internationalen Energieagentur.

Die Netto-Longpositionen auf Kupfer sanken um acht Prozent auf 57.726 Kontrakte, womit die Entwicklung der vergangenen Wochen fortgesetzt wurde. Das rote Metall ist weiterhin von der Nachfrageentwicklung in China abhängig und von dort kamen wenig erbauliche Daten. Am Montag wurde jedoch bekannt, dass die Kupferimporte im September wieder gestiegen sind, was auf die hohen Preise für Kupfer in China selbst zurückgeführt wird. Darüber hinaus wird der Kupferpreis auch vom festen US-Dollar beeinträchtigt, der weiteren um das höchste Niveau seit zwei Jahren tendiert. Die Aussicht auf eine fortgesetzte geldpolitische Lockerung hat den Dollar bislang kaum belastet.

Bei den Agrarrohstoffen zeigten sich derweil ein anderes Bild. Hier haben die Zukäufe Chinas in den USA bereits Wirkung gezeigt. Die Zahl der Netto-Shortpositionen auf Mais wurde um 28 Prozent auf 90.668 Kontrakte reduziert. Bei den Sojabohnen stieg die Zahl der Longpositionen deutlich, so dass die Investoren wieder mit 6.501 Kontrakten netto-long sind. Bei Weizen war ein Rückgang der Netto-Longs um elf Prozent auf 19.138 Kontrakte zu verzeichnen.


Quelle:shareribs.com / CFTC