Im Rahmen seiner Strategie, ein umweltfreundlicheres Unternehmen zu werden, will Royal Dutch Shell, den Stromabsatz verdoppeln, die LNG-Produktionskapazität erweitern und die Ölproduktion schrittweise reduzieren. Die Aktie notiert indes mit negativem Vorzeichen. 

Shell schmiedet Zukunftspläne

Das Energieunternehmen, das 2050 ein Null-Netto-Emissionsunternehmen werden will, gab bekannt, dass es sein Anlageportfolio in Zukunft neu ausrichten wird. Zukünftig werden jährlich 5 bis 6 Mrd. US-Dollar in Wachstumsbereiche investiert, darunter Marketing, erneuerbare Energien und Energielösungen. Bis 2030 soll sich der Stromabsatz auf 560 TWh pro Jahr verdoppeln und bis 2025 das Netz der Ladestationen für Elektrofahrzeuge auf 500.000 erweitert werden. Der Mineralöl-Konzern hofft auch, seine Flüssigerdgas-Produktionskapazität zu erhöhen und sein Chemiegeschäft auszubauen. Die Ölproduktion soll indes jährlich um 1 bis 2 Prozent sinken. 

Neue Umweltstrategie 

So sollen diese Pläne umgesetzt werden: Der Kunde zahlt zusätzlich zum regulären Kraftstoffpreis einen Zuschlag von 1 Cent pro Liter. Im Gegenzug versprach Shell, diese zusätzlichen Einnahmen zur Finanzierung der Aufforstung zu verwenden, beispielsweise in Peru und Indonesien. Neu gepflanzte Bäume sollten die gleiche Menge Kohlendioxid aufnehmen, die beim Verbrennen des Kraftstofftanks im Motor freigesetzt wird.

Der Niederländer hat einen Marktanteil von 20 Prozent und belegt nach dem Geschäftsbereich Aral den zweiten Platz auf dem deutschen Tankstellenmarkt. Täglich bedienen fast 2.000 deutsche Shell-Tankstellen mehr als eine Million Kunden. 

Shell ist das erste große Ölunternehmen, das seinen Kunden eine solche CO2-Kompensation bietet. Der Konzern hat bereits einen ähnlichen Plan in den Niederlanden gestartet. Derzeit zahlt etwa jeder sechste Kunde freiwillig Klimaschutzzuschläge. In Großbritannien hingegen bietet RDS (Royal Dutch Shell) allen Kunden kostenlose CO2-Ausgleichszahlungen an.

Schrittweise Dividenden-Erhöhung

RDS will außerdem seine Dividende, die während der Pandemie stark eingeschränkt wurde, schrittweise erhöhen. Das Unternehmen gab am Donnerstag in Den Haag bekannt, dass die an die Aktionäre ausgeschütteten Aktien jährlich um etwa 4 Prozent steigen sollen. Bis Ende April 2020 hatte der Verwaltungsausschuss die Dividende in historischem Tempo um rund zwei Drittel auf 16 Cent pro Aktie gesenkt. Shell-Chef Ben van Beurden wies darauf hin, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten aufgrund von Corona verschlechtert hätten und mittel- und langfristig große Unsicherheiten bestünden.

Shell-Aktie im Minus

Im Xetra-Handel notiert die RDS-Aktie gegenwärtig mit einem Minus von 2,55 Prozent bei 15,36 Euro. In London ist sie 13,63 Pfund wert (-0,15 Prozent).