Nachdem Siemens im Q2 des laufenden Jahres besser abschnitt als vorher angenommen, erhöht die deutsche Industrie-Ikone nun ihre Jahresprognose erneut. Die Börse reagiert darauf erfreut und lässt die Aktie in Richtung Rekordhoch schießen. 

Siemens erhöht Prognose – erneut!

Den starken Gewinnzuwachs hat Siemens überwiegend der Digitalsparte zu verdanken, so das Unternehmen selbst in einer Mitteilung am Freitag. Hohe Nachfrage gab es dabei aus der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und dem Software-Geschäft. Global betrachtet lief es besonders in China hervorragend. 

Das Geschäft von Siemens hat sich im zweiten Quartal (bis Ende März) weiter belebt. Der Umsatz stieg um 6 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro. Ungünstige Faktoren ergeben sich aus nachteiligen Wechselkurseffekten. Auf vergleichbarer Basis wuchs die Gruppe um 9 Prozent. Das Neugeschäft ist ebenfalls stark: Der Auftragseingang stieg um 8 Prozent auf 15,9 Prozent. Das Betriebsergebnis des bereinigten Industriegeschäfts (Ebita) stieg um fast ein Drittel auf 2,1 Milliarden Euro. Siemens profitierte am meisten vom Wachstum von Automatisierung und Software, intelligenter Infrastruktur und der Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers.

Nach Abzug der Steuern erzielte der Konzern einen Gewinn von fast 2,4 Milliarden Euro, der weit über den 697 Millionen Euro des Vorjahres lag. Zu diesem Zeitpunkt war der Energiesektor für den Gewinn dieses Sektors verantwortlich und wurde seitdem veräußert. Im abgelaufenen Quartal profitierte Siemens von einem Umsatzgewinn von fast 900 Millionen Euro von seiner Antriebstochter Flender. Alle wichtigen Daten von Siemens übertrafen die Erwartungen der Analysten. Wie solls nun bis Ende des Geschäftsjahres weitergehen? 

Siemens-Prognose für die kommenden Monate 

Der Umsatz des laufenden Geschäftsjahres, welches bis Ende September 2021 geht, soll nun zwischen 9 und 11 Prozent ansteigen. Dabei nicht enthalten sind Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe. Der Gewinn vor Steuern soll ebenfalls auf  5,7 bis 6,2 Milliarden Euro zunehmen. Zuvor war die Rede von bestenfalls 5,5 Milliarden Euro. Da das Geschäft mit der Digitalisierung neuesten Zahlen zufolge boomt, soll der Fokus noch mehr auf die Bereiche Digitalisierung und intelligente Infrastruktur gelegt werden. 

Allerdings bleibt auch der Mischkonzern aus Berlin/München nicht von Lieferketten-Problemen verschont, welche laut Konzernchef Roland Busch für eine Verknappung elektronischer Bauteile und steigende Preise einigen Bereichen sorgt. Risiken werden auch bei Stahl, Kunststoffen und Frachtkapazitäten gesehen, weshalb es “in den kommenden Monaten in einzelnen Fällen Einschränkungen in der Produktion und verlängerte Lieferzeiten” geben könnte, so der Siemens-Manager Ralf Peter Thomas. Zudem erwartet Thomas in der zweiten Jahreshälfte mit Belastungen in Höhe von 300 bis 500 Millionen Euro aufgrund der Übernahme von Varian (Siemens Healthineers). 

Siemens-Aktie mit deutlichen Kursgewinnen

Der neue Siemens-Jahresausblick überzeugt die Aktionäre am Freitag: Der Aktienkurs stieg auf ein Rekordhoch und gehört damit zur Spitze des Dax. Kurz vor Börsenschluss in Frankfurt notiert die Siemens-Aktie mit einem Plus von 2,71 Prozent bei 144,00 Euro. Der Schlusskurs am vorangegangenen Handelstag lag bei 140,14 Euro. Das 52-Wochen-Hoch befindet sich bei 144,30 Euro, das 52-Wochen-Tief lag bei 72,24 Euro. 

Für Siemens ist dieser Gewinn dem Aufwärtstrend der letzten Tage gefolgt, und es bleibt abzuwarten, ob sich die Gewinne in den nächsten Tagen fortsetzen.

/sf