Es kann keinen Zweifel geben, dass Anleger über die letzten zehn Jahre mit Investitionen in US-Aktien ausgezeichnet gefahren sind. Spektakuläre Vervielfacher gab es in den unterschiedlichsten Branchen, von Dienstleistern und Handelsunternehmen über Marihuana-Stocks bis hin zu den allgegenwärtigen Medien-, Tech- und Softwarehelden.

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass es irgendwann des Guten zu viel ist. Ob dieser Punkt nun in den USA erreicht ist, darüber gehen die Meinungen der Experten weit auseinander. Hier ist, was drei für The Motley Fool schreibende Autoren dazu denken.

Noch ist die Party schön

Ralf Anders: Washington ist zu einem kriminellen Schlangennest verkommen, das politische Vertrauenskapital der USA ist auf internationaler Ebene nahezu komplett verspielt und die machtgierigen Tech-Giganten stoßen zunehmend auf den Widerstand der in- und ausländischen Regulierer. Hinzu kommt der offen ausgetragene Konflikt mit China, ein Land, das nicht nur dreimal so viele Studenten und viermal so viele Mobilfunknutzer hat, sondern auch als mit Abstand wichtigste Produktionsbasis den Welthandel mit Konsumgütern dominiert.

Als langfristig planende Volkswirtschaft wird das Reich der Mitte nicht mit unüberlegten Handlungen Öl ins Feuer gießen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das dicke Ende noch kommt. Die Chinesen werden ihre Lehren aus den Vorkommnissen ziehen. Nicht nur deshalb würde ich bei US-Aktien sehr genau hinschauen, wie verletzlich sie auf der internationalen Bühne sind. Halbleiter- und Konsumelektronikhersteller sind zum Beispiel besonders bedroht, aber auch wenn es um millionenschwere Infrastrukturprojekte geht, könnten US-Anbieter zunehmend schlechte Karten haben.

Die Risiken sind vielfältig und trotzdem erreichen die US-Indices Anfang November neue Höchststände. Da ist aus meiner Sicht allerhöchste Vorsicht angesagt, denn selbst wenn der Aufwärtstrend anhalten sollte, drohen für europäische Anleger Verluste: aufgrund der heiklen Verschuldungssituation und massiver Defizite wird meiner Meinung nach der Dollar abwerten. Trotz alledem gilt natürlich die Regel, dass sich zu jeder Zeit Unternehmen identifizieren lassen, deren Aktien marktschlagende Renditen oder zumindest stabile Dividenden versprechen. Außerdem dürften etwa Biotech-Aktien und viele Dienstleister immun gegenüber geopolitischen Turbulenzen sein.

Am ehesten würde ich nach fair bewerteten Hightech-Aktien mit diversifizierter Kundenstruktur forschen, wie beispielsweise der führende Laserkonzern Coherent (WKN: 864089) oder der hochinnovative Sensorentwickler Teledyne (WKN: 926932). Was meint ihr, sind meine Befürchtungen übertrieben?

Totgesagte leben länger

Stefan Naerger: Eines vorweg: Wenn ich an US-Aktien denke, dann denke ich nicht zuerst an Trump, Handelskonflikt und Staatsschulden in Billionenhöhe. Wer sich nur das außen- und handelspolitische Theater der US-Regierung anschaut, mag zu Recht den Eindruck gewinnen, dass die Titanic längst den Eisberg gerammt hat.

Nein, wenn ich an US-Aktien denke, dann kommen mir zuallererst fabelhafte US-Unternehmen wie Apple (WKN: 865985), Alphabet (WKN: A14Y6F) oder Tesla (WKN: A1CX3T) in den Sinn – drei Unternehmen von Tausenden, die in globalem Maßstab aus meiner Sicht noch immer in vielen Bereichen absolute Spitzenleistungen abliefern.

Weltklasse ist vor allem die Innovationskraft der USA. In den namhaften Ranglisten landen die US-Amerikaner regelmäßig auf den obersten Plätzen. Für das Jahr 2019 listet der Global Innovation Index die USA auf Platz 3, hinter Schweden und der Schweiz.

Viele Beobachter scheinen vergessen zu haben, dass die USA nicht nur innovative Frisuren für jung gebliebene US-Präsidenten hervorbringt, sondern regelmäßig mit echten Weltneuheiten fasziniert.

Kürzlich präsentierte Alphabet den Prototyp eines Quantencomputers, der um 10.000 Jahre schneller rechnet als der nächstbeste Supercomputer. Vergleichsweise junge Unternehmen wie Netflix (WKN: 552484), Amazon (WKN: 906866) und Facebook (WKN: A1JWVX) sind in einem atemberaubendem Tempo zu Ikonen der Alltags- und Popkultur aufgestiegen. Alles Zufall? Das bezweifle ich stark!

Der Südafrikaner Elon Musk hätte wahrscheinlich überall hingehen können. Typen wie er schaffen es meiner Erfahrung nach überall. Letztendlich verschlug es ihn in die USA, wo er heute den Privatverkehr elektrifiziert, die künstliche Intelligenz zähmt und Raketen mit geradezu magischen Fähigkeiten entwickelt. Ob die Traumkarriere von Elon Musk auch in Europa möglich gewesen wäre? Das bezweifle ich stark!

Ja, US-Aktien mögen teuer wirken. Ja, die Skandale und Scherereien der US-Regierung können Nerven kosten. Ja, China ist ein ernst zu nehmender Konkurrent. Aber solange die US-Amerikaner ihre Innovationslust behalten, bin ich jederzeit für US-Aktien zu haben.

Augen auf bei Dividendenaktien!

Vincent Uhr: Grundsätzlich teile ich Ralfs derzeitige Bewertungsskepsis, auch in Anbetracht der vorhandenen Unsicherheiten, sehe jedoch auch die vielen innovativen und prägenden Möglichkeiten, die speziell US-Aktien in den vergangenen Jahren kreiert haben. Eine Zwickmühle für Investoren, definitiv.

Speziell im Bereich der marktbreiten Dividendenaktien würde ich jedoch ebenfalls eher in Ralfs Richtung tendieren und hier zu ein wenig Vorsicht mahnen. Denn auch wenn viele US-Aktien wahre Dividendenperlen sind und ein Großteil der Dividendenaristokraten hier beheimatet sind, so sind sie in den vergangenen Jahren doch recht teuer geworden.

Wenn wir uns beispielsweise den S&P 500 als einen der wohl am ehesten aussagekräftigen US-Querschnitte ansehen, so stellen wir momentan fest, dass sich die derzeitige Dividendenrendite auf 1,7 % beläuft. Für manch einen vielleicht ein spannender Wert, der andere Vermögenswerte noch hinter sich lässt, für US-Aktien allerdings ein historisches Tief. Oder Hoch, wenn wir von der Bewertung sprechen.

Im langjährigen Durchschnitt weisen US-Aktien nämlich eigentlich eine durchschnittliche Dividendenrendite jenseits der 3-%-Marke auf. Je nachdem, welcher Statistik man traut und auf welchen Zeitraum man blickt; nichtsdestoweniger schlagen viele Durchschnittswerte hier in eine ähnliche Kerbe. Und eine Durchschnittsrendite von 3 % und eine derzeitige Dividendenrendite von lediglich 1,7 % heißen im Umkehrschluss für mich vor allem eins: US-amerikanische Dividendenaktien scheinen im Großen und Ganzen überbewertet zu sein.

Der US-Markt bietet zwar noch immer viele spannende Dividendenperlen und sogar einige Vertreter mit überdurchschnittlichen Dividendenrenditen. Einkommensinvestoren sollten dennoch möglicherweise gerade jetzt vorsichtig sein, was die Bewertung von US-amerikanischen Ausschüttern anbelangt. Ein selektiver Ansatz ist bei dieser Bewertungsdiskrepanz zwischen dem aktuellen Niveau und dem historischen Niveau mit Sicherheit angebracht.

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Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. Randi Zuckerberg, eine frühere Leiterin der Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook sowie Schwester von CEO Mark Zuckerberg, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet, Amazon, Apple, Facebook, Netflix und Tesla. Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. Stefan Naerger besitzt Aktien von Apple. Vincent besitzt Aktien von Apple.

Motley Fool Deutschland 2019

Autor: Motley Fool beitragende Investmentanalysten

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