KOPENHAGEN (dpa-AFX) - Berichte über Kämpfe am ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja haben in Skandinavien Besorgnis ausgelöst. Schwedens Außenministerin Ann Linde teilte ihre Sorgen am Freitagmorgen auf Twitter und forderte, dass die wirksame Kontrolle des Kraftwerks durch die ukrainischen Behörden sichergestellt werden müsse. "Die Sicherheit der Atomanlagen in der Ukraine darf unter keinen Umständen gefährdet werden." Die Ministerin verlinkte auf einen Tweet des Generaldirektors der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Rafael Grossi. Dieser appellierte darin an alle Beteiligten, von Schritten abzusehen, die eine Gefahr für Kernkraftwerke darstellen könnten.

Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre sagte dem norwegischen Rundfunk, man verfolge die Situation in Saporischschja genau. Zugleich unterstrich er, dass der Vorfall die völlig inakzeptable Natur des Krieges zeige. "Das grenzt ja an Wahnsinn, auf diese Weise anzugreifen", sagte Støre dem Rundfunksender NRK.

Bei Russlands Krieg gegen die Ukraine soll auch die Anlage von Europas größtem Atomkraftwerk nahe der Großstadt Saporischschja beschossen worden sein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem gezielten Beschuss durch russische Panzer. Dem Pressedienst des AKW zufolge brach ein Feuer auf dem Gelände des Kraftwerks aus. Am Morgen wurde es nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums gelöscht. Gebrannt habe ein Trainingskomplex./trs/DP/eas