Wichtige Punkte

  • Der Sport-Streaming-Dienst ESPN+ macht immer noch nur einen Bruchteil der Einnahmen aus, die ESPN erzielt.
  • Die Preiserhöhung deutet jedoch darauf hin, dass Disney beginnt, ESPN+ als eigenständiges Profitcenter zu betrachten.
  • ESPN+ gewinnt immer noch Abonnenten hinzu, aber das Wachstumstempo verlangsamt sich.

Die Entscheidung wurde von den Investoren bejubelt, auch wenn sie von ermutigenden Zahlen für den neu erschienenen Spielfilm Black Widow überschattet wurde. Walt Disney (WKN:855686) erhöht die monatlichen Kosten für den Sport-Streaming-Dienst ESPN+ um einen US-Dollar, was darauf hindeutet, dass die Nachfrage stark genug ist, um eine solche Preiserhöhung zu unterstützen. Einige Beobachter glauben sogar, dass ein Teil der Aufwärtsbewegung vom Montag tatsächlich eine Reaktion auf die Preiserhöhung war.

Wenn du denkst, dass dies ein Schritt ist, der in nächster Zeit von Bedeutung sein wird, solltest du noch einmal darüber nachdenken. ESPN mag zwar der König der Kabelfernsehgebühren sein, aber die ESPN+ Streaming-App ist einfach noch zu klein.

Geringer Einfluss, und fast kein Einfluss

Um fair zu sein, selbst bei einem US-Dollar mehr als dem aktuellen monatlichen Preis von 5,99 US-Dollar ist der Dienst immer noch günstig. Fans von weniger populären Sportarten können sich mit ultimativen Kampf-, Golf- und Tennisinhalten versorgen, die sonst nirgendwo verfügbar sind, und die kürzlich akquirierte spanische La Liga wird ab dem nächsten Monat das Angebot der Plattform in den USA um Fußball erweitern. In Anbetracht dieser Dynamik ist es schwer zu verneinen, dass Streaming die unvermeidliche Zukunft für Sportprogramme ist, da sich die Geschmäcker der Konsumenten weiterentwickeln und sich die Sorgen der Kabelfernsehindustrie von Kündigungen zu Kabelverweigerern verschieben.

Diese Umstellung ist jedoch ein großes, langfristiges Projekt, selbst für einen großen Medienkonzern wie Walt Disney.

Die Grafik unten zeigt die Dinge in Perspektive. Anfang April zahlten 13,8 Millionen ESPN+ Abonnenten durchschnittlich 4,55 US-Dollar pro Monat für den Dienst. Das entspricht einem Quartalsumsatz von etwa 190 Millionen US-Dollar. Nicht schlecht, bis du es mit Disneys Gesamtumsatz von 15,6 Milliarden US-Dollar für das gleiche Quartal vergleichst. ESPN+ macht nur etwa 1 % des Geschäfts aus.

DATENQUELLE: WALT DISNEY. CHART: AUTOR.

Wir wissen nicht, ob ESPN+ profitabel ist, da Walt Disney solche Details nicht offenlegt. Wir wissen jedoch, dass die gesamte Direct-to-Consumer-Sparte in den roten Zahlen bleibt; sie hat im letzten Quartal 290 Millionen US-Dollar an operativen Einnahmen verloren. Es liegt auf der Hand, dass die Produktions- und Marketingkosten im Zusammenhang mit Disney+ die Hauptursache für diese anhaltenden Verluste sind, die übrigens abnehmen. Sportprogramme sind jedoch nicht billig, egal wie sie vertrieben werden.

Das kurzfristige Potenzial von ESPN+ schwächt sich im Vergleich zum anhaltenden Erfolg von ESPN trotz des anhaltenden Gegenwinds durch das Kabelfernsehen noch weiter ab. Das Marktforschungsunternehmen eMarketer schätzt, dass es in den USA immer noch etwa 74 Millionen Pay-TV-Kunden gibt. Während diese Zahl bis 2025 auf knapp über 60 Millionen sinken könnte, ist das immer noch deutlich mehr als die Zahl, die ESPN+ bis zu diesem Zeitpunkt vorweisen könnte.

Bedenke auch, dass die Zahl der traditionellen Kabelabonnenten zwar immer noch sinkt, die verbleibenden aber große Einnahmen für Disney bringen. S&P Global Market Intelligence schätzt, dass ESPN im letzten Jahr branchenführende Affiliate-Gebühren von 7,64 US-Dollar pro Abonnent und Monat generiert hat, und diese Zahl beinhaltet keine Werbeeinnahmen, die die Marke über die Affiliate-Gebühren hinaus generiert.

Der Punkt ist, dass das Kabelfernsehen das Basisgeschäft von ESPN bleibt. Solange Walt Disney gute Beziehungen zu Kabel-TV-Anbietern pflegen muss, kann es nicht riskieren, diese Partner zu verprellen, indem es ESPNs Hauptprogramm über ESPN+ ausstrahlt.

Die Quintessenz für Walt Disneys ESPN+

Auch hier gilt: a la carte Streaming ist die Zukunft des Fernsehens. Es ist wahrscheinlich, dass es in der Zukunft eine Zeit geben wird, in der die aktuelle Kabelversion von ESPN als eigenständiger Dienst außerhalb des typischen Kabelbündels verfügbar ist. Es ist auch ermutigend, dass Disney diese Preiserhöhung weniger als drei Jahre nach dem Start von ESPN+ durchsetzt. Es deutet darauf hin, dass das Unternehmen zumindest darüber nachdenkt, die richtige Balance zwischen Preis und Wert zu finden. Schließlich handelt es sich in erster Linie um ein Geschäft, das letztlich Gewinn abwerfen soll.

In diesem Zusammenhang ist ESPN+ jedoch nicht nur kein Game-Changer für Disney, es ist nicht einmal in der Lage, in absehbarer Zeit ein Game-Changer zu werden. Potenzielle und aktuelle Aktionäre sollten alles andere vor diesem speziellen Projekt abwägen.

Der Artikel So viel verdient Disney tatsächlich mit ESPN+ (oder auch nicht) ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Dieser Artikel gibt die Meinung des Verfassers wieder, die von der "offiziellen" Empfehlungsposition eines Premium-Beratungsdienstes von The Motley Fool abweichen kann. Eine Investitionsthese zu hinterfragen - sogar eine eigene - hilft uns allen, kritisch über das Investieren nachzudenken und Entscheidungen zu treffen, die uns helfen, klüger, glücklicher und reicher zu werden.

Dieser Artikel wurde von James Brumley auf Englisch verfasst und am 16.07.2021 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Walt Disney.

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Motley Fool beitragende Investmentanalysten

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