Mit einem Report zum Energieverbrauch der Krypto-Industrie will die Regierung in Washington Druck machen beim Klimaschutz. Bitcoin-Miner müssten Strom sparen, sonst könnte es zu Verboten kommen.

Bitcoin-Miner haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend in den USA breit gemacht. Laut Zahlen der US-Regierung macht die Mining Industrie in den USA "insgesamt mehr als 38 Prozent der weltweiten Bitcoin-Aktivitäten aus - im Jahr 2020 waren es noch 3,5 Prozent." 

Das rasante Wachstum der sehr energieintensiven Branche ruft jetzt auch Klimaschützer auf den Plan. Denn die Regierung von Präsident Joe Biden hat sich ehrgeizige Ziele beim Einsparen von CO2 gesetzt. Ein neuer Report des Weißen Hauses fordert deshalb von der Industrie mehr Anstrengungen, um Energie zu sparen.

So sollen die Behörden in Zusammenarbeit mit der Krypto-Industrie "Standards für sehr niedrige Energieintensität, geringen Wasserverbrauch, geringe Lärmerzeugung und saubere Energienutzung durch die Betreiber" entwickeln.

Sollten Miner und andere Krypto-Firmen daran scheitern, ihren Verbrauch zu senken, wäre sogar ein Verbot des stromfressenden Proof-of-Work-Mechanismus denkbar. "Sollten sich diese Maßnahmen bei der Verringerung der Auswirkungen als unwirksam erweisen, sollte die Regierung Exekutivmaßnahmen prüfen und der Kongress könnte eine Gesetzgebung in Erwägung ziehen, um die Verwendung von Konsensmechanismen mit hoher Energieintensität für das Krypto-Asset-Mining einzuschränken oder zu unterbinden."

Die Ankündigung kommt mitten im Upgrade der Ethereum-Blockchain, die von Proof-of-Work auf das deutlich sparsamere Proof-of-Stake umsteigt. Für ETH-Entwickler könnte die Ankündigung der US-Regierung deshalb sogar weiteren Aufwind bedeuten.

Erst am Donnerstag hatte der Chef der US-Börsenaufsicht SEC angekündigt, die Krypto-Industrie strenger überwachen zu wollen. Krypto-Börsen und Broker sollen sich an dieselben Regeln halten wie andere Finanzdienstleister. "Die Öffentlichkeit verdient den gleichen Schutz wie von anderen Wertpapieremittenten", sagte SEC-Chef Gary Gensler.

Kritiker halten dagegen, dass eine Aufsicht bei den dezentralisierten Projekten der Branche nicht möglich sei. Für viele Krypto-Firmen würde eine SEC-Aufsicht wohl das Ende bedeuten.

Autor: Julian Schick, wallstreet:online Zentralredaktion

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