MADRID (dpa-AFX) - Der spanische Ölkonzern Repsol will im Bemühen um weniger CO2-Ausstoß seine Suche nach Ölvorkommen zurückfahren und die Kapazitäten bei erneuerbaren Energien im nächsten Jahrzehnt verfünffachen. Dazu wollen die Spanier bis 2025 mit 5,5 Milliarden Euro rund 30 Prozent ihrer Investitionen in Geschäfte mit niedrigen Kohlendioxidemissionen stecken, wie der Konzern am Donnerstag in Madrid mitteilte. 2025 sollen dann 7,5 Gigawatt Leistung etwa aus Solar- und Windkraft bezogen werden, 2030 rund 15 Gigawatt. Vergangenes Jahr waren es nur rund 3 Gigawatt an CO2-armen Energien.

Repsol will bis 2025 sein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von zuletzt 7,2 Milliarden (2019) auf mehr als 8,2 Milliarden Euro steigern. Bis 2022 soll die Dividende mit 0,60 Euro je Aktie stabil bleiben bei einem angenommenen Ölpreis von 40 Dollar je Barrel (159 Liter). Bis 2025 soll sie dann auf 75 Cent anziehen, inklusive Aktienrückkäufen soll die Gesamtausschüttung dann bei über einem Euro je Papier liegen.

Repsol hatte sich bereits vergangenes Jahr als erster großer Ölmulti zum Ziel gesetzt, klimaschädliche CO2-Emissionen bis 2050 auf netto null runterzufahren. Hintergrund ist, dass die Europäische Union sich im Rahmen des Pariser Klimaabkommens härtere Ziele bei der Bekämpfung des Klimawandels gesetzt hat - vermehrt üben daher auch große Investoren Druck auf Konzerne aus, ihre Geschäftsmodelle zu ändern, um möglichen Strafzahlungen zu entgehen.

Ende vergangenen Jahres hatte Repsol auf seine Öl- und Gasgeschäfte Milliarden abgeschrieben, weil die Preise in den kommenden Jahren mit Blick auf die Pariser Klimaziele niedriger als gedacht ausfallen dürften. Auch im bisherigen Jahresverlauf sorgte der Ölpreisabsturz infolge der Corona-Krise für massive Belastungen. Nach neun Monaten steht unter dem Strich ein Nettoverlust von 2,6 Milliarden Euro im Vergleich zu 1,5 Milliarden Euro Gewinn ein Jahr zuvor./men/knd/mis