Jedes Jahr erfreuen sich viele Genießer an der Spargelzeit. Das leckere weiße Gemüse hat in Deutschland wieder Saison und kommt von Mitte April bis 24. Juni auf den Tisch.

Klassisch genießt man Spargel gekocht, mit Kartoffeln, Schinken und Sauce Hollandaise. Doch auch als Spargelsuppe, Spargelrisotto oder roh mit Balsamico-Vinaigrette wird er zur Delikatesse. Deutschland ist eine wahrhaftige Spargel-Nation, denn nirgends ist das gesunde Edelgemüse so beliebt wie hier.

Spargel ist gesund und hat nur 18 Kilokalorien pro 100 Gramm. Damit zählt er zu den kalorienärmsten Gemüsearten. (Bildquelle: BVEO, cshutterstock)

Beginn der Spargelzeit variiert

Die Spargelernte findet in Deutschland jedes Jahr nur innerhalb eines kurzen Zeitraums statt, was dazu führt, dass Spargel eine nicht ganz günstige Delikatesse ist. Die Spargelzeit beginnt mit dem Erntebeginn gegen Mitte April. Ein exaktes Datum gibt es nicht, da der Start vom Wetter, der Region und der Ernte im Vorjahr abhängt.

Handelt es sich um ein warmes Jahr, beginnt die Spargelzeit früher, ist es kühler, ist von einem späteren Termin auszugehen. So gibt es auch regionale Unterschiede, denn in den wärmeren Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, dem Saarland und in Rheinland-Pfalz beginnt die Spargelzeit in der Regel etwas früher.

Die Spargelernte findet in Deutschland jedes Jahr nur innerhalb eines kurzen Zeitraums statt. (Bildquelle: BVEO, Hendrik Haase)

Ende der Spargelzeit am Johannistag

Der Stichtag für den letzten Erntetag hingegen ist genau definiert. Die Spargelzeit endet in Deutschland immer am 24. Juni, dem Johannistag. Der Grund dafür hat etwas mit der Ernte für das Folgejahr zu tun:

Eine zu späte Spargelernte in dem einen Jahr würde zu geringeren Ernteerträgen im Folgejahr führen. Der Spargel braucht noch genügend Zeit, um sich zu erholen, durchzuwachsen und einen grünen Busch zu bilden. Dazu bleiben ihm vom 24. Juni bis zum ersten Frost noch etwa 100 Tage. In dieser Zeit sammelt der Spargel Kraft für das nächste Jahr.

Deutschland ist Weltmeister im Spargelessen

Deutsche lieben Spargel. Jeder Deutsche hat 2020 laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) rund 1,2 kg Spargel verzehrt. Nach einer AMI-Analyse auf Basis des GfK-Haushaltspanels gab ein Haushalt dafür im Durchschnitt 8,82 Euro pro Kilo aus.

Im Rekordjahr 2018 wurden 133.000 Tonnen geerntet, im Corona-Jahr 2020 waren es 107.000 Tonnen. In Deutschland wird auf mehr als 22.000 Hektar Spargel angebaut, das sind rund 83,5 Prozent des in Deutschland gekauften Spargels. Nach dem Statistischen Bundesamt ist Niedersachsen der größte Spargelanbauer mit fast 27.000 Tonnen der geernteten Stangen.

Deutsche lieben Spargel. Jeder Deutsche hat 2020 laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) rund 1,2 kg Spargel verzehrt. (Bildquelle: BVEO, Hendrik Haase)

Spargel-Qualität unterscheiden

Je nach Qualität ist Spargel zu unterschiedlichen Preisen erhältlich. Spargel Klasse 1 Extra bilden die teuerste Klasse. Die Stangen haben mindestens 10 Millimeter Durchmesser, haben verschlossene Köpfe und sind kaum verfärbt.

Zur Klasse 2 HK I zählt Spargel von guter Qualität mit eventuell geöffneten Spargelköpfen, Verfärbungen, leicht gebogen und holzig. Bei der dritten Klasse HK II kann der Durchmesser der Stangen variieren und ist eher gering, die meisten Köpfe sind geöffnet und die Stangen sind verfärbt und holzig.

Für den Kauf gilt: Frischen und reifen weißen Spargel erkennt man an festen, glänzenden Spargelstangen mit geschlossenen festen Köpfen und saftigen Enden. Außerdem gibt Spargel beim Aneinanderreiben ein Quietschgeräusch von sich.

Bildquelle: BVEO

Generation 50+ isst mehr Spargel

Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage will die Mehrheit der Deutschen (70 Prozent) in diesem Jahr Spargel essen, jeder Fünfte hat dieses Jahr bereits welchen gegessen. In der Altersgruppe der über 55-Jährigen ist die Liebe zu Spargel am größten, nämlich über 60 Prozent haben dieses Jahr schon Spargel gegessen, in der Altersgruppe von 18-24 Jahren sind es 30 Prozent.

Wieviel ist den Deutschen der Spargel wert?

Eine YouGov-Umfrage zum Kaufverhalten von Spargel ergab, dass 42 Prozent der Deutschen Spargel im Supermarkt kaufen, 35 Prozent am Spargelstand, 11 Prozent direkt am Feld und nur 7 Prozent im Bio-Laden, wobei es sich hier um die jüngste befragte Gruppe der 18-24-Jährigen handelt.

Das beliebte weiße Gemüse darf bis zu 10 Euro pro Kilogramm kosten (37 Prozent der Befragten), 13 Prozent würden bis zu 15 Euro bezahlen und 19 Prozent würden nur bis zu 5 Euro dafür hinlegen. 21 Prozent der Befragten essen und kaufen gar keinen Spargel.

Die Liebe zu weißem Spargel

Weißen Spargel nennt man wegen seiner Farbe auch Bleichspargel. Er ist im Gegensatz zu grünem Spargel aufwendiger in der Pflege und der Ernte. Da der Spargel in der Erde wächst und nicht mit Licht in Verbindung kommt, bildet er keinen grünen Blattfarbstoff, das Chlorophyll, und bleibt schön weiß.

Dazu muss die Erde angehäuft werden und die Spargelstangen von Hand gestochen werden. Weißer Spargel schmeckt mild und zart und ist deshalb in Deutschland sehr beliebt, während in anderen Ländern grüner (USA) oder violetter Spargel (Frankreich) als Delikatesse gilt.

Grüner und weißer Spargel – beide sind gesund. (Bildquelle: BVEO, cshutterstock)

Übrigens: Zum Spargel gehört der passende (Weiß-)Wein… mehr dazu hier.

Gesund bleiben mit Spargel

Spargel schmeckt nicht nur gut, sondern ist auch sehr gesund. Er besteht zu 94 Prozent aus Wasser und zählt mit nur 18 Kilokalorien pro 100 Gramm zu den kalorienärmsten Gemüsearten.

Durch seine Mikronährstoffe hat er eine antioxidative Wirkung, ist antibakteriell, immunstimulierend, steigert die Fruchtbarkeit, wirkt entwässernd und soll gleichzeitig Leberschäden beseitigen. Das meiste Vitamin C befindet sich in den zarten Spargelspitzen.

Nach dem Kauf sollte Spargel innerhalb von 1 bis 3 Tagen verzehrt werden. (Bildquelle: BVEO)

Wie lange hält Spargel frisch?

Nach dem Kauf sollte Spargel innerhalb von 1 bis 3 Tagen verzehrt werden. Aufbewahrt wird er, eingeschlagen in ein feuchtes Tuch, im Kühlschrank. Für eine längere Lagerung kann Spargel tiefgekühlt werden.

Davor muss er gewaschen, geschält und die holzigen Enden entfernt werden. Tiefgekühlt bleibt Spargel bis zu 12 Monate frisch. Wird er zubereitet, kann der gefrorene Spargel direkt ins heiße Wasser und hat eine etwas kürzere Garzeit.

Genießen Sie die Spargelzeit und probieren Sie auch einmal ein paar neue Spargelgerichte aus!

Bildquelle: BVEO

Bildquelle: BVEO, Deutschland – Mein Garten

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