FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutschlands Sparkassen verpflichten sich zu mehr Klimaschutz. Die Institute wollen dazu beitragen, dass weniger des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) ausgestoßen und insgesamt umweltbewusster gewirtschaftet wird: im eigenen Haus, bei ihrer Kundschaft und in der Kommune vor Ort. Wer die freiwillige Selbstverpflichtung unterzeichne, bekenne sich zu dem Ziel, bis spätestens 2035 den eigenen Geschäftsbetrieb CO2-neutral zu gestalten, erklärte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) am Dienstag.

Zu den Erstunterzeichnern der "Selbstverpflichtung für klimafreundliches und nachhaltiges Wirtschaften" gehören nach Angaben des Verbandes 172 der zuletzt 376 Sparkassen. Außerdem machen acht Verbundunternehmen aus der Sparkassengruppe mit, darunter mehrere Landesbanken und Landesbausparkassen sowie der zu 100 Prozent den Sparkassen gehörende Fondsanbieter Dekabank.

"Andere besprechen diese Frage noch intensiv mit ihren Trägern und der örtlichen Politik. Und das halte ich auch für richtig", sagte Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis der "Börsen-Zeitung" (Dienstag). "Denn es geht hier nicht um eine kurzfristige Öffentlichkeitsaktion, sondern um ein sehr ernsthaftes und langfristiges geschäftspolitisches Anliegen. Das muss natürlich vor Ort breit getragen werden." Schleweis betonte: "Wir wollen (...) nicht von der Politik als Umweltpolizei eingesetzt werden. Man muss Verbraucher und Unternehmen überzeugen, nicht reglementieren."

Die öffentlich-rechtlichen Institute reihen sich ein in eine Reihe von Bemühungen der Finanzbranche. Ende Juni verpflichteten sich etwa diverse Banken in einer von der Alternativ-Bank Triodos und dem WWF vorangetriebenen Initiative, ihre Kredit- und Investmentportfolios im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten. Kern des Pariser Abkommens von 2015 ist die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau.

Der Initiative Urgewald geht die Sparkassen-Selbstverpflichtung nicht weit genug. Im Jahr 2020 brauche es "statt der heute vorgelegten, in einigen Teilen vagen, Absichtserklärung konkrete und verbindliche Zusagen", monierte die Organisation./ben/DP/nas