VERSAILLES/BERLIN (dpa-AFX) - SPD-Chef Lars Klingbeil schließt einen Importstopp für russisches Gas und Öl nicht aus. "Wir haben immer gesagt: Alle Optionen liegen auf dem Tisch. (...) Wir brauchen weitere Druckmöglichkeiten", sagte er dem Nachrichtenportal "Pioneer". "Ich schließe es nicht komplett aus." Er sei jedoch "sehr skeptisch", was eine solche Entscheidung angehe. "Das ist eine der größten Druckmöglichkeiten, die wir haben", sagte er zwar. Ein Verzicht auf russisches Gas und Öl könne aber den Verbrauchern und der Volkswirtschaft insgesamt "einen sehr erheblichen Schaden" zufügen.

Die Europäische Union hat Russland nach dem Einmarsch in die Ukraine zwar mit massiven Sanktionen belegt. Die Kappung der milliardenschweren Lieferungen von Gas, Erdöl und Kohle gehört aber bisher nicht dazu. Deutschland ist in besonders hohem Maße abhängig von russischen Energielieferungen. Bundeskanzler Olaf Scholz lehnt deswegen einen Importstopp ab, auch wenn die USA diesen Schritt bereits vollzogen haben. Die USA seien Exporteur von Gas und Öl, was man für Europa insgesamt nicht sagen könne, betonte der SPD-Politiker am Mittwoch. "Und deshalb sind die Dinge, die getan werden können, auch unterschiedlich."/mfi/DP/ngu