BERLIN (dpa-AFX) - SPD-Chef Norbert Walter-Borjans warnt vor einer Rückkehr zu einem strengen Sparkurs in der EU. "Eine Wiederkehr der Austeritätspolitik, des Kaputtsparens der Schwächeren, darf es nicht geben, weil das allen schadet", sagte Walter-Borjans der "taz" (Samstag).

Mit Olaf Scholz als Finanzminister habe Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bereits eine Kursänderung vorgenommen, die richtig bleibe. "Besonders unsere Exportwirtschaft weiß, wie wichtig das für Arbeitsplätze und Gewinne in Deutschland ist. Es wäre fatal, dahinter wieder zurückzufallen", sagte der SPD-Chef. Noch ist unklar, wer in einem Ampel-Bündnis Finanzminister und damit Nachfolger von Scholz werden soll, der Kanzler werden möchte.

Der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun macht sich unterdessen "große Sorgen" über die Finanzpolitik einer möglichen Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP. "Solide Haushalte auf einer klaren gesetzlichen Grundlage sind unerlässlich. Bei der Ampel habe ich jetzt schon das Gefühl, dass Hintertürchen geöffnet werden sollen", sagte der CDU-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstag). So scheine man die Schuldenbremse zwar "vordergründig" einhalten zu wollen, suche aber "heimlich nach Verschuldungsmöglichkeiten", sagte Braun./shy/DP/jha