BERLIN (dpa-AFX) - Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken fordert nach den jüngsten Enthüllungen zu den Geschäftspraktiken von Facebook eine bessere Aufklärung in der Schule. Der Umgang mit digitalen Medien müsse "dringend Bestandteil schulischer Bildung sein", sagte Esken dem "Tagesspiegel" (Mittwoch). Das sollte auch die weiterführenden beruflichen Schulen und Universitäten umfassen. Jugendliche dürften mit den Gefahren nicht allein gelassen werden, so Esken. Die Enthüllungen der früheren Facebook-Mitarbeiterin Frances Haugen zeigten, wie wichtig für die Politik der Kampf gegen Hass und Hetze, Diskriminierungen und Gewalt in sozialen Netzwerken sei.

Kritisch sieht die SPD die von Bundesministerien bei Facebook betriebenen Seiten. Es könne nicht sein, dass Facebook über die auf Seiten der Bundesregierung erhobenen personenbezogenen Daten bestimme. "Die Bundesregierung sollte der Empfehlung des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit folgen und bis Ende 2021 ihre Facebook-Seiten abschalten - sofern Facebook keine entsprechenden Zugeständnisse macht", betonte ein SPD-Sprecher auf Anfrage der Zeitung./hgo/DP/mis