BERLIN (dpa-AFX) - Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Carsten Schneider, plädiert für einen praktischen Umgang mit dem Impfstoff von Astrazeneca , der in den Impfzentren derzeit nur schleppend genutzt wird. Wenn etwas übrig sei, solle man "nicht mehr sklavisch an der Priorisierung festhalten", sagte Schneider am Mittwoch. Der Impfstoff müsse möglichst schnell und flächendeckend genutzt werden, daher müsse man an diese Frage mit gesundem Menschenverstand und nicht zu sehr nach Protokoll herangehen.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden bis Dienstag nur rund 239 000 Dosen des Herstellers Astrazeneca gespritzt. Dem Gesundheitsministerium zufolge sind aber bereits mehr als 1,4 Millionen Astrazeneca-Dosen an die 16 Bundesländer geliefert.

Schneider kritisierte zudem Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) scharf. "Das ist mir zuviel Ankündigung und zu wenig Substanz", betonte er im Zusammenhang mit Spahns ursprünglichen Plänen, ab dem 1. März kostenlose Schnelltests für jedermann anzubieten. "Wenn ich was ankündigen, muss ich vorher auch einen Plan haben, wie das tatsächlich funktionieren soll", sagte Schneider. "Da fehlt mir die notwendige Ernsthaftigkeit, um es ehrlich zu sagen, und auch die Professionalität."/tam/DP/mis