BERLIN (dpa-AFX) - Der Deutsche Städtetag hat sich in der Debatte um Lockerungen in der Corona-Krise für einen vorsichtigen Kurs ausgesprochen. Sein Präsident Burkhard Jung sagte am Donnerstag nach Beratungen mit anderen Stadtoberhäuptern zwar: "Wir brauchen klare Perspektiven." Es müsse Stufenpläne geben, um den coronamüden Menschen Zuversicht zu geben. Zugleich betonte der Leipziger Oberbürgermeister aber: "Für umfassende Öffnungen sehen wir derzeit allerdings noch keinen Spielraum."

Bund und Länder beraten am 3. März, wie es in der Corona-Krise weitergeht. Der Handel und das Gastgewerbe etwa drängen auf Öffnungsschritte.

Jung warnte vor Rückschlägen. Der unterbrochene Abwärtstrend der Infektionszahlen müsse sich wieder fortsetzen. Die Zahl der Neuinfektionen müsse auf ein stabil niedriges Niveau heruntergedrückt werden, um einen exponentiellen Anstieg zu verhindern. Die Infektionslage könne sich wegen der Mutationen sehr schnell wieder zuspitzen, warnte der SPD-Politiker. Die Impfung der Bevölkerung verlaufe langsamer als geplant.

Schnelltests könnten laut Jung eine gute Übergangslösung sein, die Tests seien jedoch nur ein vorsichtiges Indiz für eine tatsächliche Betroffenheit. Man dürfe sich nicht in falscher Sicherheit wiegen./hoe/DP/men