BERLIN (dpa-AFX) - Der Präsident des Deutschen Städtetags, Burkhard Jung, hat bestehende Öffnungsschritte trotz steigender Corona-Infektionszahlen verteidigt. Neue Lockerungen seien angesichts der angespannten Lage in der Pandemie nicht zu verantworten, sagte Jung den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). "Aber wenn Länder bestehende Lockerungen an Negativtests knüpfen, ist das ein ernstzunehmender Versuch", betonte der Städtetagspräsident, der auch Oberbürgermeister von Leipzig ist. "Solange Menschen, die negativ getestet sind, Möbel oder Kleidung einkaufen, sollte das vertretbar sein."

Jung mahnte zugleich ein besseres Miteinander von Bund und Ländern an, um das Vertrauen der Menschen zurückzugewinnen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Sonntag angesichts von Öffnungsstrategien die Möglichkeit ins Spiel gebracht, mehr Kompetenzen auf den Bund zu übertragen.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund verlangte unterdessen mehr Flexibilität beim Impfen. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Gerd Landsberg, forderte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag), die Reserven für die Zweitimpfung abzubauen und unkomplizierte Nachrückerlisten einzuführen, wenn Impftermine nicht wahrgenommen werden. "Die Impfdosen gehören in die Arme und nicht in die Kühlschränke." Der Impfstoff-Stau drohe sonst anzuwachsen, "zumal die Zahl der Lieferungen im April deutlich zunehmen wird", betonte Landsberg.

Der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, forderte in der Zeitung vom Bund mehr Verlässlichkeit, wie viel Impfstoff von welchem Hersteller geliefert werde. Das erfolge unzuverlässig und mitunter zu kurzfristig. "Das muss besser werden", mahnte Sager./shy/DP/stk