MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Corona-Koordinator der bayerischen Staatsregierung, Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (CSU), hat das Vorgehen der Regierung verteidigt. "Entscheidend war, dass wir mit den Tests möglichst früh begonnen haben", sagte Herrmann am Montag im Radiosender Bayern 2. Man habe in Kauf genommen, dass das Testsystem anfangs noch nicht so perfekt war, dass keine Fehler passieren können. "Bei der Pandemiebekämpfung geht es immer auch um Zeit", sagte Herrmann.

Auf die Frage, ob die 46 bereits vor dem 11. August positiv Getesteten und noch immer nicht identifizierten Reiserückkehrer noch jemals gefunden werden können, antwortete Herrmann: "Der Vorgang ist jetzt auch abgeschlossen. Man muss jetzt auch in die Zukunft sehen."

Die Testzentren würden von Urlaubsheimkehrern sehr gut angenommen, das Verfahren sei nun von Anfang bis Ende digitalisiert, die Fehleranfälligkeit deutlich geringer. Sie seien aus der Erkenntnis entstanden, dass der Reiseverkehr für die Bekämpfung des Virus problematisch sei. "Gerade Rückreiseverkehr ist da ein Problem, weil das Virus wieder aufflammen kann, weil das Virus erneut verbracht wird, quer durch die Länder, quer durch Europa", betonte der Staatskanzleichef.

Er rief alle Urlauber auf, über ihre Ziele gut nachzudenken. "Es gilt auch für jeden, sich zu überlegen, ist es jetzt vernünftig eine Reise anzutreten in ein Gebiet, in dem man sich möglicherweise infiziert", sagte Herrmann mit Blick auf neu ausgewiesene Risikogebiete, etwa in Spanien./dm/DP/jha