von Udo Bergstein

Die britische Großbank Standard Chartered wehrt sich gegen den Geldwäsche-Vorwurf der New Yorker Finanzaufsicht DFS, wonach sie trotz Sanktionen jahrelang Geschäfte mit dem Iran abgewickelt und so 250 Milliarden US-Dollar illegal verschoben habe. Die Anschuldigung wurde als überzogen zurückgewiesen.

Aus einem Medienbericht vom Donnerstag geht hervor, dass Vorstandschef Peter Sands viele Vorwürfe nicht anerkenne und nicht verstehe, zumal viele faktisch ungenau seien. Er habe deshalb zwei Kanzleien angewiesen, eine Verteidigungsstrategie auszuarbeiten. In einer Gegendarstellung erklärte der 50-jährige Manager, dass sich 99,9 Prozent aller Transaktionen mit dem Iran innerhalb der gesetzlichen Regeln der USA bewegt hätten. Wie Sands zugab, seien nur bei Geschäften im Volumen von 14 Millionen US-Dollar bestehende US-Sanktionen gebrochen worden.

Der Chef der DFS, Benjamin Lawsky, beschuldigt Standard Chartered, über einen Zeitraum von fast zehn Jahren für ihre iranischen Kunden illegale Dollargeschäfte über New York abgewickelt zu haben. Dabei sei eine Gewaltwäsche in einer Größenordnung von einer Viertel Milliarde US-Dollar betrieben worden. Das sind schlimme Vorwürfe, die in letzter Konsequenz zum Entzug der amerikanischen Handelslizenz führen könnten, was einem Desaster gleichkäme. Nächsten Mittwoch muss das Finanzinstitut in einer Anhörung der DFS Rede und Antwort stehen.

Mittlerweile schlägt die Auseinandersetzung sogar politische Wellen. Großbritanniens Politiker und Investoren wittern eine gezielte Kampagne der US-Behörden gegen ausländische Banken und den Finanzplatz London. Beobachter lässt vor allem aufhorchen, dass Standard Chartered bereits die dritte britische Großbank ist, die sich in den USA verantworten muss. Zuvor wurden Barclays und HSBC zu Millionenstrafen verdonnert.