Nach einem Bilanzskandal, der über viele Jahre manipulierte Zahlen offenlegte und im Dezember 2017 aufgedeckt wurde, erlitt die Steinhoff (WKN: A14XB9)-Aktie beinahe einen Totalverlust. Ende Januar 2020 gab es jedoch eine positive Meldung. So könnte die wertvolle europäische Pepco Group, welche zur Steinhoff-Holding gehört, verkauft oder an die Börse gebracht werden.

Bei einem Verkauf würde Steinhoff wahrscheinlich etwa 4,5 Mrd. Euro erlösen und so seine Schuldenlast signifikant senken. Bisher ist aber noch nichts entschieden. Wir müssen weiter abwarten. Dennoch könnte dem Konzern so eventuell ein Turnaround gelingen.

Einen Grund mehr zur Hoffnung geben die jüngsten Quartalszahlen (Oktober bis Dezember 2019). Sie entsprechen Steinhoffs erstem Geschäftsquartal 2020. Wie sie im Detail ausfielen, erfährst du jetzt.

Steinhoff kann zulegen

Das neue Management um Louis Du Preez möchte Steinhoff in eine Investment-Holding umbauen, die Profitabilität steigern und die Schulden in den Griff bekommen. Letztere sind, neben den Klagen, immer noch das Hauptproblem.

Im ersten Geschäftsquartal 2020 wuchs der Umsatz aus fortgeführten Geschäften um 7 % auf 3.445 Mio. Euro. Die Pepco Group war dabei mit einem Zuwachs von 15 % auf 1.143 Mio. Euro der wachstumsstärkste Bereich, gefolgt von der südafrikanischen Pepkor Holdings (WKN: A2JPBS), die 7 % auf 1.285 Mio. Euro zulegte. Pepkor besitzt in elf afrikanischen Ländern mehr als 5.000 Geschäfte.

Pepco mit seiner Marke Dealz ist derzeit sogar auf Expansionskurs. Ende Dezember 2019 besaß die Firma in 14 europäischen Ländern 2.809 Filialen. Dies waren 15 % mehr als noch vor einem Jahr. Im aktuellen Geschäftsjahr sollen etwa 300 neue Geschäfte hinzukommen.

Einzig das australasiatische Geschäft um Greenlit Brands verlor 6 % an Umsatz, trägt jedoch mit einem Anteil von 4,7 % kaum zum Konzernumsatz bei.

Verkäufe und Schuldenabbau laufen auf Hochtouren

Das Verkaufsprogramm wurde mit der Veräußerung von ABRA, der Blue Group Hold (Besitzer von Bensons for Beds, Harvey Furniture und Relyon), Steinhoff UK Beds, Formation Furniture, Sherwood Bedding an Tempur Sealy (WKN: A0BLAA) und der Greenlit Brands-Handelsdivision weiter fortgesetzt. Greenlit konzentriert sich zukünftig auf das Haushaltswarengeschäft.

Im Dezember 2019 wurden darüber hinaus die Verkäufe des Autohändlers Unitrans und im Februar 2020 des iberischen (Spanien, Portugal) Conforama-Geschäfts besiegelt. Hinzu kam der Verkauf von europäischen und südafrikanischen Immobilien.

Prozessrisiken schweben noch im Raum

Unterdessen wird an einer Lösung der gegen die Firma geführten Prozesse gearbeitet. Im aktuellen Geschäftsjahr wird das Management weiter an der Umsetzung seines Sanierungsplans arbeiten. Es sieht weiterhin große Herausforderungen in der Bewältigung der Krise. Da Steinhoff viele Waren in Asien bezieht, wird sich das Coronavirus wahrscheinlich negativ auswirken. Der Konzern zieht deshalb andere Regionen zum Wareneinkauf in Betracht.

Nachdem Steinhoff im August 2019 mit seinen Gläubigern eine Vereinbarung geschlossen hat, konzentriert sich das Unternehmen nun auf das Management der Prozessrisiken. Sobald dieser Schritt abgeschlossen ist, geht es final darum, die Kosten und Schulden weiter zu reduzieren, um schließlich den Turnaround abzuschließen.

Fazit

Steinhoff macht Fortschritte. Nun bleibt zu hoffen, dass sich der Konzern mit seinen Klägern einigen kann, um dann die Schulden auf ein erträgliches Maß zurückzuführen. Bis dahin bleibt die Aktie weiterhin risikoreich und nur etwas für spekulative Anleger.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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Autor: Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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