PEKING (dpa-AFX) - Sorgen vor einer Energie-Krise haben die Stimmung chinesischer Industriebetriebe im September eingetrübt. Wie das Pekinger Statistikamt am Donnerstag mitteilte, fiel der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe auf 49,6 Punkte. Im August hatte der wichtige Konjunkturindikator noch bei 50,1 Punkten gelegen. Ein Wert über 50 zeigt eine Expansion der Industrie an, während ein Wert darunter eine Schrumpfung widerspiegelt.

Die Verlangsamung sei auf eine Abschwächung der Aktivitäten in energieintensiven Sektoren zurückzuführen, teilte die Statistikbehörde mit. Ein optimistischeres Bild der Lage zeichnete ein separat vom chinesischen Wirtschaftsmagazin "Caixin" veröffentlichter Einkaufsmanagerindex, der im September genau bei 50 Punkten lag - und damit besser als im Vormonat abschnitt.

In den vergangenen Tagen hatte es in China zahlreiche Berichte über Stromengpässe bei Industriebetrieben in mehreren Provinzen gegeben. Fabriken mussten die Arbeit einstellen. Auch gab es Stromausfälle in privaten Haushalten. In sozialen Netzwerken wurden Berichte über ausgefallene Ampeln und Handy-Netze geteilt. Auch waren Bilder von Läden zu sehen, die Kerzen zur Beleuchtung aufgestellt hatten.

Analysten warnten davor, dass Chinas Wirtschaftswachstum wegen einer drohenden Energie-Krise einen deutlichen Dämpfer erleiden könnte.

Als Ursache für die Stromknappheit wurden mehrere Faktoren genannt. Um seine Klimaziele zu erreichen, hat China angeordnet, Emissionen strikt zu reduzieren. Lokalregierungen haben deshalb begonnen, Strom zu rationieren. Hinzu kämen hohe Preise für Kohle und ein ungewöhnlich großer Energie-Bedarf der Industrie, die wegen Nachholeffekten nach der Corona-Krise Bestellungen aus aller Welt abarbeiten müsse, hieß es. Die Regierung in Peking versprach daraufhin, die Versorgung mit Kohle sichern zu wollen./jpt/DP/zb