STUTTGART (dpa-AFX) - SWR-Intendant Kai Gniffke hat die Entscheidung der öffentlich-rechtlichen Sender verteidigt, wegen der Blockade aus Sachsen-Anhalt gegen einen höheren Rundfunkbeitrag vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen. "Ich habe mir nicht vorstellen können, dass sich nicht alle Länder verfassungskonform verhalten", sagte Gniffke am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Es bleibe den Sendern nun nichts anderes übrig, als nach Karlsruhe zu ziehen.

Auch für den Südwestrundfunk sei die Blockade finanziell schmerzhaft. "Die Lücke wird wahrscheinlich 39 Millionen Euro im Jahr für den SWR betragen." Über den eigentlich vorgesehenen Zeitraum von 2021 bis 2024 summiere sich das auf 156 Millionen Euro. "Das ist viel Geld", sagte der Chef einer der größten ARD-Anstalten.

Dennoch werde der SWR nun nicht den "Rasenmäher" ansetzen. "Wir werden den Umbauprozess zu einem multimedialen Medienhaus im Interesse des Publikums und des Qualitätsjournalismus fortsetzen", betonte der Intendant. Gleichwohl müsse man sehen, wo man Kräfte schonender einsetzen könne, und überlegen, "wo wir komplette Angebote weglassen können".

Der SWR wolle auf jeden Fall seinem Auftrag nachkommen, für alle Generationen da zu sein. "Bei der jüngeren Generation unter 50 Jahre haben wir noch Luft nach oben", stellte Gniffke fest.

Am Dienstag hatten die ARD-Anstalten, das ZDF und das Deutschlandradio unabhängig voneinander angekündigt, das Bundesverfassungsgericht anzurufen. Zuvor war bekanntgeworden, dass Sachsen-Anhalt die geplante Erhöhung des Rundfunkbeitrags zum 1. Januar 2021 von monatlich 17,50 Euro auf 18,36 Euro deutschlandweit blockiert./hot/DP/nas