BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Türkei dürfte trotz der anhaltenden Provokationen vorerst vor harten EU-Sanktionen verschont bleiben. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist in dem jüngsten Entwurf für die Abschlusserklärung des EU-Gipfels lediglich davon die Rede, dass wegen der Erdgasbohrtätigkeiten der Türkei vor Zypern "zusätzliche Listungen" vorgenommen werden sollen. Damit sind Strafmaßnahmen gegen beteiligte Einzelpersonen und Unternehmen gemeint. Sie umfassen EU-Einreiseverbote, Vermögenssperren und das Verbot, mit den Betroffenen Geschäfte zu machen.

Weitreichendere Schritte sollen nach dem der dpa vorliegenden Entwurf für die Abschlusserklärung frühestens beim nächsten regulären Gipfel im kommenden März auf den Weg gebracht werden. Bis dahin sollen die EU-Kommission und der Auswärtige Dienst weitere Handlungsoptionen sowie einen Bericht über die Situation im östlichen Mittelmeer und die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EU und der Türkei vorlegen.

Die Türkei steht vor allem wegen umstrittener Erdgaserkundungen in Seegebieten vor Zypern und in der Nähe von griechischen Inseln in der Kritik. Als nicht akzeptabel gelten zum Beispiel aber auch Provokationen im Konflikt um die Teilung Zyperns sowie Verstöße gegen das UN-Waffenembargo gegen Libyen.

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten wollen sich an diesem Donnerstagabend bei ihrem Gipfeltreffen mit den Beziehungen zur Türkei beschäftigen. Wie hart mit der Türkei umgegangen werden soll, war bis zuletzt umstritten./aha/DP/eas