ANKARA (dpa-AFX) - Die Türkei hat weiter mit einer vergleichsweise starken Inflation zu kämpfen. Nach einer leichten Entspannung in den Monaten Oktober und September stieg die Inflationsrate im November wieder in den zweistelligen Bereich. Im Jahresvergleich seien die Verbraucherpreise um 10,6 Prozent gestiegen, wie die Statistikbehörde der Türkei am Dienstag in Ankara mitteilte. Damit hat sich die Teuerung in dem Schwellenland erstmals seit Juli wieder verstärkt.

Zuvor war die Inflationsrate auf 8,6 Prozent im Oktober gesunken. Der Rückgang wird von Experten mit einem Basiseffekt wegen der Lira-Krise vor einem Jahr erklärt. Damals hatte ein rasanter Kursverfall der türkischen Währung zu einem enormen Anstieg der Inflation geführt, weil sich importierte Waren stark verteuert hatten. Die Teuerungsrate war im Herbst 2018 zeitweise bis auf 25 Prozent gestiegen.

Experten rechnen in den kommenden Monaten mit einem weiteren Anstieg der Teuerung. So gehen Ökonomen der US-Bank Morgan Stanley davon aus, dass die Inflationsrate im Dezember bei 11,3 Prozent liegen dürfte. Im kommenden Jahr rechnet Morgan Stanley mit weiteren Inflationsraten im zweistelligen Bereich.

Während die Inflation wieder steigt, schwächelt die türkische Wirtschaft. Zu Beginn der Woche war bekannt geworden, dass die Konjunktur in den Sommermonaten deutlich an Fahrt verloren hatte. Im dritten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal um 0,4 Prozent gestiegen. Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten im Schnitt für die Monate Juli bis September eine Zunahme um 1,1 Prozent erwartet. Außerdem war das Wachstum im zweiten Quartal schwächer als bisher bekannt ausgefallen./jkr/bgf/jha/