BERLIN/POTSDAM (dpa-AFX) - Die Tafeln in Deutschland nehmen in der Corona-Krise "eine neue Hilfsbedürftigkeit in der Bevölkerung" wahr. In den kommenden Wochen und Monaten rechne man mit deutlich mehr Kunden, sagte der Vorsitzende der Tafel Deutschland, Jochen Brühl, der Deutschen Presse-Agentur. "Um mehr Menschen helfen zu können, ist eines unserer zentralen Anliegen, die Tafel-Logistik auszubauen." Dafür forderte er finanzielle Unterstützung des Bundes. Der Ausbau könne nicht alleine durch Spendengelder und ehrenamtliches Engagement gestemmt werden.

Zu Beginn der Corona-Krise blieben knapp die Hälfte der 949 Tafeln in Deutschland vorübergehend geschlossen. Vielerorts waren bestehende Lieferservices ausgebaut oder neu eingeführt worden. Auch nach der Wiederaufnahme des Betriebs sei das Angebot aufgrund geltender Abstandsregeln weiterhin einschränkt. "Aktuell erreichen wir nicht alle Menschen, die unsere Hilfe benötigen. Das macht uns große Sorge", sagte Brühl.

Die Tafeln finanzieren sich neben Spenden über symbolische Beträge, die bedürftige Menschen für die Lebensmittel zahlen. Die meiste Arbeit leisten ehrenamtliche Helfer./nia/DP/zb