BERLIN (dpa-AFX) - Trotz stabiler Zahlen bei der Organspende während der Corona-Pandemie warten Tausende todkranke Menschen oft mit schwindender Hoffnung auf ein lebensrettendes Organ. "9000 Namen stehen auf der Warteliste für ein Spenderorgan", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin. "Jeder von uns kann für einen von diesen Menschen einen Unterschied machen", so Spahn anlässlich des Tags der Organspende am 5. Juni. "Dieser Tag sollte uns alle daran erinnern, dass wir uns entscheiden sollten." Viele Betroffene hätten die Hoffnung auf ein Spenderorgan bereits aufgegeben, berichtete die Vorsitzende der Selbsthilfegruppe "Niere" Potsdam, Bettina Lange.

Spahn teilte mit, dass es bei der Organtransplantation keinen Einbruch infolge der Corona-Belastung der Kliniken gegeben habe. So seien in den ersten Monaten des Jahres gut 1000 Organe übertragen worden, ein zu den Vorjahren vergleichbarer Wert. Derzeit werde in Deutschland am Aufbau eines Organregisters gearbeitet, das im kommenden März starten solle. Neben mehr Information der Bürger sei dies Folge einer intensiven Debatte über Organspende vor zweieinhalb Jahren im Bundestag gewesen.

Im vergangenen Jahr ermöglichte laut Bundesgesundheitsministerium jeder der 913 Spender durchschnittlich mehr als drei schwerkranken Patienten die Chance auf ein neues Leben./bw/DP/zb