TeamViewer (WKN: A2YN90) hatte ein gutes Geschäftsjahr 2020. Die Abo-Einnahmen des deutschen Fernwartungsdienstleisters stiegen um mehr als 40 % und erreichten einen Rekordwert von 460,3 Mio. Euro.

Das Management peilt auch für die nächsten Jahre ambitionierte Wachstumszahlen an. Die Abo-Einnahmen sollen dieses Jahr währungsbereinigt um 29 bis 33 % steigen. Mittelfristig erwartet das Unternehmen hier einen Anstieg auf 1 Mrd. Euro bis zum Jahr 2023.

Diese Ziele sind aus meiner Sicht alles andere als unrealistisch. Die globalen Megatrends rund um Digitalisierung, Konnektivität und Nachhaltigkeit geben dem Unternehmen starken Rückenwind. Wer TeamViewer bereits im Depot hat, kann dabeibleiben. Ein Neueinstieg erscheint mir jedoch zum derzeitigen Kurs von 42,70 Euro (Stand: 15. März 2021) zu teuer.

Fernwartung ist ein Business mit Zukunft

Das Geschäftsmodell ist relativ gut nachvollziehbar. TeamViewer bietet umfangreiche Dienstleistungen und Softwarelösungen zur Fernwartung von privat und gewerblich genutzten Computern an. Dieser Service erfreut sich, nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie, steigender Nachfrage.

TeamViewer nimmt auf diesem Gebiet eine Pionierrolle ein. Die Softwarelösungen, die das Unternehmen aus Göppingen anbietet, ermöglichen sogar nicht nur eine Fernwartung bei PCs und Laptops. Die zahlenden Kunden unterliegen je nach Geschäfts- und Industriesegment einem natürlichen Zyklus. Durch das Abo-Modell wird dies bei TeamViewer aber gut abgefedert.

Die Lösungen von TeamViewer werden in vielen Fällen dauerhaft benötigt. Oftmals ermöglichen sie es erst, dass der Betrieb eines TeamViewer-Kunden auch in kurzzeitigen Krisen aufrechterhalten werden kann. Auch komplexe Industriemaschinen können mittels Augmented-Reality-Anwendungen (AR) gewartet werden.

Auf den AR-Bereich setzt das Management um CEO Oliver Steil große Stücke. Am 2. März gab TeamViewer die Übernahme von Upskill bekannt. Vor allem in Nordamerika ist dieses Unternehmen aktiv. Im Entwicklungszentrum im texanischen Austin erarbeitet Upskill AR-Anwendungen für große Kunden wie Boeing und Merck. Dank der Akquisition von Ubimax im Juli 2020 zählt TeamViewer bereits seit einigen Monaten globale Unternehmen wie DHL, Siemens und Coca-Cola zu seinen AR-Kunden.

TeamViewer ist schon heute eine starke Marke

In der hohen Bekanntheit von TeamViewer und der starken Marktdurchdringung sehe ich einen großen Wettbewerbsvorteil, der langfristig verteidigt werden kann. Die Bruttomarge von 87 % und die EBT-Marge von 24 % sind stark und sollten auch in den nächsten Jahren im deutlich zweistelligen Bereich liegen.

Auch mit Blick auf das Wachstum bleibe ich Optimist. Im Durchschnitt der letzten drei Jahre wuchs der Umsatz um 62 % pro anno. Und das Geschäftsmodell bietet auch für die Zukunft viel Potenzial.

Vorsicht bei der Bilanz

Die Akquisitionsstrategie der letzten Jahre war teuer. Entsprechend lässt die Bilanz etwas aufhorchen. Das Umlaufvermögen deckt aktuell nur 24 % der kurzfristigen Verbindlichkeiten. Das Fremdkapital übersteigt das Eigenkapital um 138 %.

Doch diese Werte haben einen Grund: Um in dieser dynamischen Branche immer am Ball zu bleiben, musste TeamViewer stark investieren und wird auch künftig viel Geld für Forschung und Entwicklung zahlen müssen. Zudem dürfen Marketing und Vertrieb auf dem umkämpften Tech-Markt nicht vernachlässigt werden. Das Kerngeschäft ist jedoch wenig kapitalintensiv. Daher gehe ich davon aus, dass die Bilanz in wenigen Jahren besser aussehen wird.

Ich warte auf den nächsten Knick

TeamViewer ist ein starker Innovator im Bereich der Digitalisierung. Befeuert durch den zunehmenden Bedarf nach Fernwartungssoftware (und das nicht nur wegen und während der Corona-Krise) sehe ich noch großes Potenzial für die Softwareschmiede aus Göppingen.

Aber auf diesem Standpunkt befinde ich mich nicht allein. Auch der Markt hat das Potenzial des Unternehmens längst erkannt. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 18, einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 62 und einer Enterprise-Value-to-EBITDA-Ratio von 35 ist die Aktie aktuell kein günstiger Kauf. Auch in seiner Peer Group schneidet das Papier weniger gut ab. Citrix (WKN: 898407), ein US-Unternehmen, das sich auf Virtual-Private-Network-Dienste (VPN) spezialisiert hat, wird aktuell mit einem KUV von 5, einem KGV von 34 und einem EV/EBITDA von 23 bewertet.

Im direkten Unternehmensvergleich sprechen aus meiner Sicht die fundamentalen Geschäftsdaten und die Zukunftsperspektive für TeamViewer. Dennoch warte ich mit einem Einstieg lieber auf den nächsten Kurssturz der Aktie.

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Henning Lindhoff besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Henning Lindhoff, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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