BONN (dpa-AFX) - Eine kostenlose Entwicklung der Corona-Warn-App durch die Deutsche Telekom und SAP ist nach Aussage von Telekom-Chef Tim Höttges kein Thema gewesen. "Die Telekom will sich an der Krise keinesfalls bereichern", sagte Höttges auf eine Frage von Aktionären während der virtuellen Hauptversammlung des Unternehmens am Freitag. Man könne es sich aber auch nicht leisten, Geld damit zu verlieren. Höttges reagierte damit auf die Kritik an den Kosten in Millionenhöhe, die vor allem von den Linken im Bundestag vorgetragen worden war. Insbesondere die beiden Telefon-Hotlines waren als zu teuer und überdimensioniert kritisiert worden.

Rund 100 Mitarbeiter der Telekom hätten aus anderen Teams abgezogen und neu strukturiert werden müssen, um die App kurzfristig gemeinsam mit SAP entwickeln zu können. Dies sei in 50 Tagen gelungen. "Das ist extrem schnell", sagte Höttges mit Blick auf den Vorwurf von Verzögerungen. Der Bund habe sich erst Ende April für die dezentrale Open-Source-Lösung entschieden und mehrfach betont, das aufgewendete Geld sei gut investiert.

Die Bundesregierung erhofft sich von der seit Dienstag verfügbaren Corona-Warn-App ein weiteres, effektives Instrument zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Nutzer sollen mithilfe der App gewarnt werden, wenn sie sich länger in der Nähe von Corona-Infizierten aufgehalten haben.

Als Kosten für die App-Entwicklung waren von der Bundesregierung bereits rund 20 Millionen Euro genannt worden. Außerdem wurden nach dem Start weitere laufende Kosten bekannt. Für Wartung, Pflege und Betrieb der App und anderer Komponenten veranschlagt der Bund in diesem und im kommenden Jahr rund 45 Millionen Euro./swe/DP/eas