Die offiziellen Daten des Automobilverbands CPCA zu Tesla sollen in wenigen Tagen veröffentlicht werden. Doch nun tauchte bereits am vergangenen Donnerstag ein erster Bericht von The Information auf, aus dem schlechte Nachrichten bezüglich der Bestellungen in China zu entnehmen sind. Daraufhin brach die Tesla-Aktie um fast 5 Prozent ein. 

Einige Punkte deuten jedoch darauf hin, dass der nur teilweise lesbare Artikel Missverständnisse hervorbrachte. 

Tesla-Bestellungen hätten sich in China halbiert 

Im Originaltext sind ohne Abo nur die ersten Zeilen zu lesen. „Tesla-Bestellungen in China nach internen Daten halbiert, Krise vertieft sich“, heißt es in der dramatischen Schlagzeile. Im ersten Absatz ist dann zu lesen, dass der Einbruch mit dem diesjährigen öffentlichen Unmut und der Regierungskritik zusammenhinge. Es geht sogar so weit, dass die gesamte Position und der Erfolg von Tesla in Frage gestellt werden.  

Aber auch der zweite Absatz, bei dem der letzte Abschnitt unleserlich wird, kann Zweifel an diesem Urteil aufkommen lassen. Die Bestellungen von Tesla-Elektrofahrzeugen in China gingen im Mai auf 9.800 Stück zurück, nach 18.000 im April. Dies entspricht einem Rückgang um fast 50 %. Allerdings handelt es sich bei den Angaben um den Netto-Wert, welcher scheinbar nicht alle chinesischen Aufträge beinhaltet. 

Auf Anfrage von The Information und anderen Medien wollte Tesla China den Bericht selbst noch nicht kommentieren. Der Finanzsender CNBC wies in einem Beitrag auf seiner Website darauf hin, dass die an der Börse eingegangenen Informationen aus nur einer einzigen Quelle kommen sollten. Aus diesem Grund werden sie zunächst auch noch nicht bestätigt. Ein chinesischer Investor sagte dem Sender jedoch, dass Teslas jüngste „Public-Relations-Krise“ im Land in den kommenden Monaten definitiv erhebliche Auswirkungen auf die Marke, die Bestellungen und die Auslieferung haben würde.

Gibt es nun ernsthaften Grund zur Sorge? 

Bis April dieses Jahres war Teslas Entwicklung in China praktisch perfekt. Mit dem Beginn der lokalen Produktion des Models 3 Anfang 2020 sind die Produktion und der Inlandsabsatz fast stetig gestiegen. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Model Y. Mitte April führten Proteste von Model-3-Besitzern auf einer Messe jedoch zu einer Welle negativer Berichterstattung in den sozialen Medien und offiziellen Medien. Später wurde dann berichtet, dass die Auslieferungen von Tesla in China im Laufe des Monats um zwei Drittel zurückgegangen seien. Was in den Schock-Nachrichten jedoch in den Hintergrund rückt, ist die Tatsache, dass zu den 11.671 Model-3- und Model-Y-Verkäufen noch satte 14.174 Fahrzeuge aus dem Export dazukommen.

Für die Anleger gilt es nun jedoch abzuwarten, bis die offiziellen Zahlen veröffentlicht werden.  

Tesla-Aktie: Kursverluste vorerst gestoppt

Am Freitagnachmittag hat sich die Tesla-Aktie bereits wieder stabilisiert. Zu Börsenschluss notiert sie mit einem Plus von 3,26 Prozent bei 487,53 Euro im Handel der Baader Bank.

/sf