Die Aktie von Tesla (WKN: A1CX3T) hat ohne Zweifel eine polarisierende Wirkung. Egal ob man für oder gegen das Unternehmen von Elon Musk ist, Tesla ist fast immer im Börsengespräch. Erst durch den jüngst durchgeführten Aktiensplit im Verhältnis von 1:5 war Tesla wieder in aller Munde. Vor dem Splittermin wurde der Kurs von der Tesla-Fangemeinde ordentlich nach oben gepusht, nur um im Anschluss darauf wieder zu fallen.

Vor allem die geplatzte Aufnahme in den Index S&P 500 sorgte bei Anlegern für Enttäuschung, wodurch die Tesla-Aktie gefallen ist. Die Talfahrt hielt allerdings nicht lange an, da die Anteilsscheine von Tesla bald wieder anzogen – wofür es laut Börsenbeobachtern einen bestimmten Grund gibt.

Was genau es damit auf sich hat, möchte ich in einem Moment darstellen. Darüber hinaus möchte ich auf die Bewertung des E-Auto-Pioniers eingehen und diese in das Verhältnis zu dem Kundenservice des Unternehmens setzen.

Tesla-Aktie: Kursachterbahn vorprogrammiert

Tesla-Beobachter und -Aktionäre sind es gewohnt, dass die Tesla-Aktie Höhen und Tiefen mitmacht. In diesem Jahr ist der Kurs gesamtheitlich gesehen ziemlich deutlich nach oben gewandert. Die Corona-Baisse im März dieses Jahres kann man beim Blick auf den Chart von Tesla eigentlich ausblenden, da der Kursverlauf danach nahezu explodiert ist und die „kleine“ Delle wieder wettmacht.

Aktionäre von Tesla sind es fast schon gewohnt, dass das eigene Unternehmen immer mehr an Wert gewinnt. Mit einer Marktkapitalisierung von 345 Mrd. Euro ist der Elektroautobauer aus Kalifornien deutlich höher bewertet als einige der bekanntesten Autobauer der Welt zusammen. Man muss sich das vorstellen und dabei im Hinterkopf behalten, dass Tesla mit dem Bau von Autos an sich noch kaum Geld verdient.

Selbstverständlich wird an der Börse die Zukunft gehandelt, aber so wie die Tesla-Aktie bepreist wird, scheint die Annahme vorhanden zu sein, dass Tesla mehr oder weniger den Markt dominieren wird. Kann der breite Markt wirklich der Meinung sein, dass Volkswagen, Toyota, Daimler, General Motors und wie sie alle heißen komplett versagen werden? Ich habe da seit Längerem schon meine Zweifel.

Am verwunderlichsten ist es, wenn CEO Elon Musk einzig und allein mit Tweets für Kursbewegungen sorgt. Erst kürzlich hat Herr Musk in Bezug auf den Tesla Battery Day einen Tweet veröffentlicht, der an den darauffolgenden Tagen womöglich für Kurssteigerungen gesorgt hat. Immerhin hat die Aktie von Tesla wieder fast die Marke von 375 Euro je Anteil erreicht (Stand: 16.09.2020 am Nachmittag).

In meinen Augen ist die Bewertung zu hoch. Die Anteilsscheine scheinen gefühlt immer an Wert zu gewinnen, solange der Hype von Elon Musk aufrechterhalten werden kann. Das ermöglicht dem CEO auch, regelmäßig neue Aktien zu Höchstbewertungen auszugeben, um die Kriegskasse zu füllen. Die Rendite für Aktionäre steht außer Frage, doch wie steht es bei Tesla um nachhaltige Qualitätsmerkmale?

Wie nachhaltig kann die Bewertung an der Börse sein …

… wenn die Produkte ihre Kunden nicht zufriedenstellen? Denn obwohl die Autos von Tesla schick aussehen und vielversprechend beworben werden, scheinen diese qualitativ ihre Mängel zu haben. Zudem hört man immer häufiger, dass der Kundenservice nach dem Kauf alles andere als zufriedenstellend ist.

Das amerikanische Datenanalyse-Unternehmen J.D. Power hat beispielsweise festgestellt, dass pro 100 Fahrzeuge des Autoherstellers 250 Probleme auftreten. Damit liegt der Elon-Musk-Konzern weit über dem Durchschnitt von 166 Problemen je 100 Autos. Das amerikanische Nachrichtennetzwerk Bloomberg hat zum Tesla Model 3 eine ähnliche Studie angestellt, bei der Tesla allerdings etwas besser wegkommt. Im letzten Jahr schwankte die Zahl von Problemen je 100 Autos zwischen 103 im Februar und 35 im September.

Vor allem der Lack scheint oft von Mängeln betroffen zu sein. Daneben hat Bloomberg auch festgestellt, dass es jede Menge anderer Mängel gibt, die beim Model 3 auftreten, wie zum Beispiel Kratzer und Beulen am ausgelieferten Fahrzeug oder defekte Kameras. Trotzdem sind die meisten der Autobesitzer offenbar mit ihrem Auto zufrieden – für mich ein Paradoxon, genauso wie der Kursverlauf der Tesla-Aktie.

Wieder schlechter sieht es beim Kundenservice aus. Laut ConsumerAffairs, einer amerikanischen Seite für Verbraucherbewertungen, steht es um die Bewertung des Kundenservices überhaupt nicht gut. Käufer bemängeln dort häufig auftretende Mängel und vor allem die schlechte Kooperationsbereitschaft von Tesla, diese Mängel zu beseitigen.

Fazit zur Tesla-Aktie

Produktqualität und Kundenservice sind beides Bereiche, in denen ein Unternehmen punkten sollte. Nur dann ist auch gewährleistet, dass sich ein Momentum entwickelt und man Millionen von Menschen für eine Marke und ein Produkt begeistern kann. Das ist zumindest meine bescheidene Ansicht, was das angeht. Wie erfolgreich man mit einer solchen Mentalität sein kann, zeigt beispielsweise Jeff Bezos mit Amazon.

Wie bereits erwähnt, ist die Bewertung der Tesla-Aktie in meinen Augen viel zu hoch. Sie spiegelt keine realistische wirtschaftliche Entwicklung des Autoherstellers wider. Erschwerend kommt hinzu, dass die Produktqualität wohl nicht sonderlich überzeugt – und das bei teilweise sehr stattlichen Fahrzeugpreisen.

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Caio Reimertshofer besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und Tesla und empfiehlt die folgenden Optionen: Short January 2022 $1940 Call auf Amazon und Long January 2022 $1920 Call auf Amazon.

Motley Fool Deutschland 2020

Autor: Caio Reimertshofer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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