Bei Tesla hagelt es aktuelle schlechte Nachrichten. So sind die Aktien kürzlich aus dem S&P-500-Nachhaltigkeitsindex rausgeflogen, die Twitter-Übernahme steht immer noch auf der Kippe und nun hat der Konzern auch noch eine Klage wegen sexueller Belästigung am Hals. Auch in der laufenden Handelswoche geht es für das Papier weiter bergab. 

Absturz mit Minus von mehr als 40 Prozent

Seit Anfang April verlieren die Tesla-Aktien immer mehr an Wert. Hatte das Papier am 04. April noch bei 1040 Euro notiert, so verzeichnete es bis heute ein Minus von 41 Prozent. Die Talfahrt der Tesla-Aktien hat dazu geführt, dass allein in der vergangenen Woche rund 110 Milliarden US-Dollar der Marktkapitalisierung des Unternehmens verloren gegangen sind. Die Aktie schloss am Freitag mit 603,50 Euro und war damit auf dem niedrigsten Stand seit dem 17. August 2021. Seit Montag verlor der Anteilsschein weitere 3,4 Prozent und notiert nun bei 609,65 Euro (Stand: 24. Mai, 14:30 Uhr).  

Tesla

Negative News belasten

Die Gründe sind vielfältig. Zum einen ist die Tesla-Aktie vor Kurzem aus den ESG-Indizes geflogen. Die Abkürzung ESG bedeutet Environmental, Social und Governance (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung). Dem Hersteller für Elektroautos wird also vorgeworfen, nicht nachhaltig zu produzieren was in der heutigen Zeit einen hohen Stellenwert hat. Tesla-Chef Musk reagierte empört und bezeichnete die Anlagekategorie ESG in einem Tweet als „unerhörten Betrug“. Er warf dem Index-Anbieter vor, seine Integrität verloren zu haben.

Desweiteren geht es nicht voran mit dem geplanten Deal zwischen Tesla und dem Kurznachrichtendienst Twitter. Grund ist ein Streit über Fake- und Spamaccounts auf der Plattform, weswegen Musk einen niedrigeren Kaufpreis ins Spiel brachte. BörsenNews berichtete am 17. Mai in diesem Artikel darüber. Kommt es dennoch zu einer Übernahme, müsste Elon Musk Tesla-Aktien verkaufen, was den Kurs zusätzlich belasten würde. 

Nachtschichtarbeiterin zieht vor Gericht

Zu Guter Letzt hat das Unternehmen nun auch noch mit einer Klage wegen sexueller Belästigung zu kämpfen. Wie der Aktionär berichtet, eine Nachtschichtarbeiterin habe bei Tesla „albtraumhafte“ Bedingungen erlebt, da Kollegen und Vorgesetzte ihr gegenüber wiederholt anzügliche Bemerkungen und Gesten machten. Als sie sich bei ihren Vorgesetzten und der Personalabteilung beschwerte, habe man nichts unternommen, so die Angestellte Jessica Barraza. Sie verklagte den Konzern. Kürzlich entschied ein kalifornischer Richter sie könne vor Gericht ziehen, obwohl sie eine Schiedsvereinbarung unterzeichnet hat, in der sie auf ihr Klagerecht verzichtet. Sollte sie mit der Klage Erfolg haben, könnte es für Tesla nicht nur charttechnisch brenzlich werden. 

Bei fallenden Kursen wird allerdings auch oft vergessen, wie stark die Aktien zuvor schon gestiegen sind. Allein in den vergangenen fünf Jahren sind es mehr als 1.022 Prozent. Tesla wächst den eigenen Prognosen zufolge auch in der kommenden Zeit mit 50 %. Der Unternehmenswert würde so innerhalb von nur fünf Jahren um das 7,6-Fache steigen. Somit könnte sich die Tesla-Aktie nach der Korrektur langfristig wieder erholen. 

/aw