Teslas Autopilot wird in neuen Versionen des Model Y und Model 3 für den nordamerikanischen Markt nun ohne Radar betrieben. Zwei amerikanische Verbraucherschutz-Organisationen und eine Bundesbehörde stuften die Sicherheit des Systems nun ab.

Wieso streicht Tesla das Radar?

Der Tesla Autopilot wird von vielen Kunden geschätzt und gilt als eines der besten Systeme auf dem Markt. Bisher unterstützte ein nach vorne ausgerichtetes Radar die Kameras und Ultraschallsensoren bei der Wahrnehmung der Umgebung. Nun streicht Elon Musk die Technologie aus dem Programm – wohl aus Kostengründen. Das Radar kommt bei fast allen Herstellern, die Autos mit fortschrittlichen Assistenzsystemen im Angebot haben, zum Einsatz. Es unterstützt die Kameras beim Erkennen von schnellen Objekten und ist besonders in schlechten Witterungsbedingungen wichtig, denn dort stoßen Kameras schneller an ihre Grenzen.

Weniger Features beim Wechsel von “Hardware 3” zu “Tesla Vision”

Glaubt man Musk ist das Radar aus der “Hardware  3” nun dank Fortschritten in der Kameratechnologie überflüssig. Daraus zieht Tesla nun die logische Konsequenz und liefert seine Model 3 und Y, die in Nordamerika ausgeliefert werden, ohne die Radar-Hardware aus. Das neue Sensorsystem nennt sich “Tesla Vision”. Die höherpreisigen Teslas, das Model S und Model X, werden unverändert weiter mit den Sensoren ausgestattet sein. 

Durch den Wegfall des Radars musste Tesla nun die Funktionalität seiner Assistenzsysteme einschränken. In den neu ausgelieferten Model 3 und Y ist “Herbeirufen” ein Feature, mit dem das Fahrzeug ohne Fahrer am Steuer aus Parkbuchten oder Garagen fahren kann, von Werk aus vorerst deaktiviert. Auch der Spurhalteassistent “Autosteer” ist nun nur noch bis 120 km/h und mit vergrößertem Abstand zum nächsten Auto verfügbar.

Verbraucherschützer und Bundesbehörde zeigen sich kritisch

In den nächsten Wochen will Tesla jedoch alle Features wieder verfügbar machen. Bis dahin sollen die Tests zu “Tesla Vision” abgeschlossen sein. Dann könnten auch die Verbraucherschützer von Consumer Reports und IIHS dem Model 3 wieder die höchste Sicherheitseinstufung verleihen, das Model Y hatte diese auch davor nicht erhalten. CNBC gegenüber bestätige Consumer Reports diesbezüglich schon ihre Bereitschaft. Auch die NHTSA, eine Bundesbehörde, die für die Sicherheit auf den Highways zuständig ist, beäugte das vermeintliche Downgrade kritisch. Sie unterteilen das Model 3 und Model Y nun in eine schlechtere, neue und bessere, alte Version, je nachdem ob sie vor oder nach dem 27.April gebaut wurden. /gw