Die Nachhaltigkeit von Tesla war in der Vergangenheit immer wieder angezweifelt worden. Nun ist die Debatte neu entflammt: Hintergrund ist das fehlende Reporting von Umweltdaten. Die Details.

Tesla ist für die fehlende Offenlegung von Umweltdaten in die Kritik geraten. So habe Tesla keine Umweltdaten bei der unter ESG-Investoren bekannten Non-Profit-Organisation CDP (Carbon Disclosure Project) veröffentlicht. Zuerst berichtete darüber der US-Nachrichtensender Bloomberg.

Große institutionelle Investoren wie Amundi und Aviva schlagen nun Alarm und fordern, dass Tesla, Saudi Aramco, Exxon Mobil, Glencore, Volvo und weitere Unternehmen ihre Umweltdaten bei CDP offenlegen.

Das CDP-Klimaprogramm wird von weltweit mehr als 800 institutionellen Investoren unterstützt, die zusammen Assets im Wert von mehr als 100 Billionen US-Dollar verwalten. Im vergangenen Jahr hatten weltweit mehr als 14.000 Unternehmen und Kommunen eine Offenlegung ihrer Umweltdaten bei CDP vorgenommen.

Tesla sei seit 2012 jährlich aufgefordert worden, seine Umweltdaten zu reporten. Bisher sei Tesla laut CDP dem jedoch nicht nachgekommen.

Andere Autobauer, wie beispielsweise Nissan, sind der Aufforderung hingegen schon lange nachgekommen. Mit dem Nissan Leaf haben die Japaner seit 2010 einen reinen Stromer im Programm, der bis Ende 2019 das meistverkaufte Elektroauto der Welt war. Der Leaf soll zudem eine sehr gute Klimabilanz haben. 2021 erhielt Nissan in Sachen Klimaschutz von CDP die Bestbewertung A.

Tesla stand bereits mehrfach wegen einer fragwürdigen Nachhaltigkeitsbilanz in der Kritik. Erst kürzlich flog der US-Elektroautobauer deswegen aus dem wichtigen Nachhaltigkeitsindex S&P ESG. Rassismusvorwürfe, schlechte Arbeitsbedingungen sowie tödliche Unfälle mit dem Tesla-Autopiloten seien laut S&P Dow Jones Indices die Gründe.

Der Umwelt-Fonds ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT hatte Tesla bereits im Oktober 2019 aus seinem Anlageuniversum ausgeschlossen. Der Grund: Tesla erfülle wichtige Kriterien im Bereich Social und Governance nicht.

Die Tesla-Aktie schloss den gestrigen Handel an der Nasdaq fast zwei Prozent im Minus. Ein Anteilsschein kostete bei Börsenschluss 673,43 US-Dollar.

Autor: Ferdinand Hammer, wallstreet:online Zentralredaktion


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