MEININGEN (dpa-AFX) - Der besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffene thüringische Landkreis Schmalkalden-Meiningen fordert für eine dort seit Wochenbeginn laufenden Schnelltest-Aktion die Kostenübernahme durch den Bund. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe öffentlichkeitswirksam kostenlose Schnelltests für jedermann ab 1. März angekündigt, erklärte Landrätin Peggy Greiser (parteilos) am Donnerstag in einem offenen Brief an Spahn. Deshalb berufe sich der Kreis auf Vertrauensschutz und fordere die Übernahme der für den Kreis entstehenden Kosten. In dem Kreis in Südthüringen, der auch einer der vier am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Landkreise bundesweit ist, läuft seit Montag eine Schnelltest-Aktion.

Sie ist kostenlos für die Einwohner. Das Angebot haben nach Angaben des Landratsamtes inzwischen mehr als 1200 Menschen genutzt. "Die Resonanz ist überwältigend", teilte die Kreisverwaltung mit. Bisher seien neun Corona-Infizierte entdeckt worden, deren Testergebnisse durch zusätzliche PCR-Tests bestätigt worden seien. Infektionsketten hätten so wirksam unterbrochen werden können.

Für die Schnelltests entstehen dem Landkreis nach Angaben der Verwaltung wöchentlich Kosten in Höhe von 25 000 Euro. Diese möchte die Kommune gern vom Bund übernommen sehen, zumal vom Thüringer Gesundheitsministerium keine Unterstützung für die Test-Aktion gekommen sei, wie es hieß. Landrätin Greiser lud Spahn ein, den Kreis zu besuchen und sich ein Bild von der Testaktion zu machen.

Der Corona-Inzidenzwert, der die Zahl der Infektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen angibt, lag im Kreis Schmalkalden-Meiningen am Donnerstag bei 206,5. Für Thüringen wurde ein Wert von knapp 120 angegeben, bundesweit lag er bei 61,7. Über bundesweite Gratis-Schnelltests soll bei den anstehenden Bund-Länder-Beratungen zur Pandemie am 3. März gesprochen werden./zei/DP/fba