WIESBADEN (dpa-AFX) - Trockenheit hat dem Wald in den vergangenen Jahren sehr zugesetzt. Das zeigt sich an der Schadholz-Bilanz, die das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden vorlegte. Demnach wurden 2020 in Deutschland 80,4 Millionen Kubikmeter Holz geschlagen

- drei Viertel davon musste wegen Waldschäden gefällt werden. 2017

hatte der Anteil des sogenannten Schadholzes am Gesamteinschlag noch unter einem Viertel gelegen.

"Besonders Nadelbäume litten in den heißen und niederschlagsarmen Sommern der Jahre 2018 bis 2020 unter den schwierigen Bedingungen", berichteten die Statistiker zum internationalen Tag des Waldes am 21. März. 2020 waren 94 Prozent des Schadholzes Fichten, Kiefern, Tannen, Douglasien und andere Nadelhölzer.

"Die regenarmen und zu warmen Jahre 2018 bis 2020 haben dazu geführt, dass die Bäume geschwächt sind und sich kaum regenerieren können", berichtete das Amt. 2018 war laut Deutschem Wetterdienst das trockenste Jahr seit 1959. Die Jahre 2019 und 2020 haben mit ebenfalls geringen Niederschlägen in Kombination mit zu hohen Durchschnittstemperaturen die Situation noch verschärft.

Werden die Bäume nicht ausreichend mit Wasser versorgt, steigt ihre Anfälligkeit für Insektenschäden. Besonders Fichten, Tannen und Kiefern, die oft in Monokulturen gepflanzt werden, fallen dem Borkenkäfer zum Opfer. Im Jahr 2020 gab es 43,1 Millionen Kubikmeter Schadholz, das mit Insekten befallen war, sogenanntes Käferholz.

Geschwächte Bäume leisten auch Stürmen weniger Widerstand. Zwischen 2010 bis 2020 gab es Spitzenwerte durch Sturmschäden im Jahr 2015 durch Orkan Niklas mit 8,3 Millionen Kubikmetern Schadholz und den Sturm Friederike im Jahr 2018 mit 18,5 Millionen Kubikmetern Schadholz. 2020 fielen 10,2 Millionen Kubikmeter Schadholz durch Sturmschäden an./sat/DP/stk